Kunst

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Contents

Aktionskunst

Junge Künstlerin küsst ein Bild von Cy Twombly: verhaftet, Avignon 2007

In der Austellung "Blooming" hatte 2007 eine junge französische Künstlerin ein Bild des US-Künstlers geküsst, mit der Folge, dass ein Kußabdruck zu sehen war. Die Frau wurde verhaftet. Sie wertete ihre Tat zwar als Kunst, konnte die Aussteller damit aber nicht überzeugen. Diese erstatteten Anzeige wegen Sachbeschädigung. (Welt 23.7.2007)

Plastik und Skulptur

Nackte Venus als Schneefrau angezeigt, New Jersey, 2010

Nach heftigem Schneefall hatte eine Familie in New Jersey im Vorgarten ihre eigene Venus aus Schnee gebaut - nackt, wie das Vorbild. Aufgrund einer anonymen Anzeige schritt die Polizei ein: Die Venus musste angezogen werden und erhielt einen Bikini. (Mail Foreign Service 4.3.2010)

Nackte Venus
Venus mit Bikini nach Polzeieinsatz


Edward Barton: "Stolen", 1993

Der britische Avantgarde-Künstler aus Manchester musste 1993 mit seinem Kunstwerk bei der örtlichen Polizei erscheinen. In einem Metallkäfig hatte er Bier- und Hundefutterdosen, Waschpulver- und Windelpakete sowie Spielzeug eingeschlossen und die so entstandene Skulptur akkurat betitelt: "Stolen" ("Gestohlen"). Tatsächlich hatte Barton die Waren von heimischen Dieben aus örtlichen Supermärkten für seinen künstlerischen Zweck zusammenklauen lassen. Obwohl der Künstler den Sinn seines Werks nicht deuten wollte und die Polizei die Sore an die Eigentümer zurückgab, kam Barton straffrei davon. Lediglich der Polizeichef von Manchester wollte sich nicht beruhigen: "Diebe zu kriminellen Taten zu überreden, um eine Kunstausstellung bestücken zu können", so Steve Murphy, "ist das allerletzte. Nur Verrückte nennen so was Kunst." (Spiegel 2 1993)

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Eat-Art

Morellets Kaugummis, Düsseldorf 2010

Vor Gericht wurde 2010 ein bizarrer Fall um die Urheberschaft verhandelt: eine frühere Kunststudentin, die in den 70er Jahren im Auftrag des Künstlers Francois Morellet Bilder mit Kaugummistreifen hergestellt hatte, klagte auf Urheberschaft mehrerer seiser Werke. Die Klägerin machte u.a. geltend, dass sie vor ca. 40 Jahren die Kaugummis nicht wie vorgegeben zerkaut, sondern nur angebissen habe. Außerdem sei sie bei der Anordnung der Streifen auf der Leinwand von der Vorgabe abgewichen. (MZ 26.8.2010)

Morellets Kaugummis

Klangkunst

"AmMachWerk": "Alter, isch mach´disch platt, Alter", Herdecke 2010

Auf Bitten des Ordnungsamtes Herdecke wurde die Klanginstallation am Hengsteysee entschärft. Zahlreiche Beschwerden waren beim Ordnungsamt über die mit Sensoren gesteuerte Arbeit eingegangen, vor allem, weil Spaziergänger nachts über die ausgelösten Sprüche wie "Alter, isch mach´disch platt, Alter" erschrocken waren. Schließlich wurde die Installation vom Dauer- auf Tagesbetrieb umgestellt und zusätzlich Warnschilder aufgestellt. (MZ 7.9.2010)

Natur schafft Kunst

Eisskulptur Leuchtturm Cleveland, 2009

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Ist vielleicht Kunst?

Verlassenes Piano am Strand bei Miami, 2011

Das Instrument wurde im Januar 2011 auf einer Sandbank in der Biscayne Bay entdeckt. Platziert wurde es so, dass es auch bei Flut nicht unter Wasser steht.

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Laienkunst

Rentnerin überpinselt beschädigtes Jesus-Fresko, Borja Spanien 2012

Die Urheberin der künstlerischen Katastrophe ist eine Rentnerin, die in der Nachbarschaft der Kirche wohnt. Sie nahm angesichts der bröckelnden Farbe spontan einen Pinsel zur Hand, um die beschädigte Wandmalerei auszubessern, offenbar "in guter Absicht", wie die Kulturbeauftragte des Kirchenrats mitteilte, und "ohne um Erlaubnis zu fragen". Später habe sich die alte Dame bei der örtlichen Kulturbehörde gemeldet, um ihre ungewollte Patzerei zu beichten. (WN 24.8.2012)

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Abwandlungen, Plagiate, Vorbilder, Wiederholungen

Peter Blake: Susanna und die Alten, 1968

Die Illustration von Blake hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem Playboyposter Nr. 2/1966 "The Girls of Rio", das die Stewardess Joana d`Arc des Sonja Dias zeigt.) (Quelle Spiegel 36 1968).

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Grant Wood: "American Gothic", 1930/83

Das Bild "American Gothic" von Grant Wood wurde vielfach verfremdet. Nach dem Original folgend einige Beispiele. (Spiegel 26 1983).

Original
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Rainer Ruthenbeck/Lore Bert: Schwarze und weiße Papierhaufen, 1970/79

Bereits 1970 hatte Ruthenbeck einen "Weißen Papierhaufen" installiert, dem 1979 ein "Schwarzer" folgte. Auch von Lore Bert sind diverse weiße Papierhaufen bekannt, die - soweit nachgewiesen - später entstanden sind.

Papierhaufen von Rainer Ruthenbeck
Papierhaufen von Lore Bert

Uwe Schildmeier: Nachgestellte Fotos von berühmten Gemälden, 1986

1986 brachte "Der Spiegel" einen Bericht (51/1985)über den US-Photographen Rob Grodman, der Photos nach Gemälden alter Meister anfertigt(u.a. "Die Anatomie des Doktor Tulp". In einem Leserbrief wies Uwe Schildmeier daraufhin, dass seine Bekannten und er privat längst solche Fotos gemacht hatten. (Quelle Spiegel 3 1986).

Schildmeier-Foto oben und Rembrandt-Original unten
Grodman-Foto von "Dr. Tulp"
Delacroix "Die Freitheit führt das Volk"
Grodman-Foto von "Die Freheit"

Shell-Anzeige nach einem Plakat von Adolf Strachow, 1988

Das Bild einer gegen die Apartheid gerichteten Anzeigenkampagne der südafrikanischen Niederlassung von Shell war ein Plagiat. Als Vorlage diente ein Plakat des sowjetischen Malers Adolf Strachow von 1926. (Quelle Spiegel 18 1988).

links: das Bild der Shell-Anzeige - rechts: das Plakat von Strachow

André Raffray kopiert Kollegen: "Neubegonnene Landschaften, 1988

Raffray versucht vor dem Malen herauszufinden, an welchem Ort und bei welcher Witterung die Werke seiner Vorbilder entstanden sind. (Quelle Spiegel 14 1988).

oben Signac Vorbild unten Raffray "Kopie"
oben Picasso Vorbild unten Raffray "Kopie"


Jeff Koons: "String of Puppies", 1991

Als Vorlage diente der Skulptur von Koons eine Kitsch-Postkarte von Art Rogers. Der reichte eine Urheberklage wegen "geistigen Diebstahls" ein. Koons konterte, er habe doch etwas völlig Neues geschaffen und überhaupt könne Art Rogers doch nach der Koons-Plastik eine eigene Skulptur schaffen, das wäre dann ein Art Rogers und kein Jeff Koons. (Spiegel 40 1991)

Koons Skulptur (oben) und Postkartenvorlage (unten)


Zeitschrift "We Women", vermutlich 90er

Die finnische Frauenzeitschrift "We Women" inszenierte für ihre Werbekampagne berühmte Gemälde und Bilder neu. (Stern Archiv)

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Timm Ulrichs "Home, Sweet Home", 1993-98 und "Architektur der Obdachlosigkeit" (Ausstellung 2004)

In der Fotodokumentation zeigt Ulrichs bereits in den 90er Jahren Obdachlosen-Schlafstellen aus Pappkartons in Hauseingängen. Obdachlosenschlafstellen wurden dann 2004 in der Ausstellung "Architektur der Obdachlosigkeit" im Hamburger Museum der Arbeit gezeigt. (Quelle Spiegel 29 2004).

Architektur der Obdachlosigkeit

Stefan Sous "Pallas" 1996 - Damián Ortega "Cosmic Thing"(2001)

(Kunstzeitung Archiv)

Sous zerlegte 1996 einen Citroen und hing die Einzelteile an Fäden auf
Ortega zerlegte 2001 einen Citroen und hing die Einzelteile an Fäden auf


Ecken-Uhr: Gottfried Wolf - Elmgreen/Dragset, 2001

Das Triachron - die Raum-Ecken-Uhr, wurde von dem Schöppinger Gottfried Wolf erfunden. Er besitzt darauf auch das Patent. 2001 stellten Elmgreen/Dragset genau so eine Uhr als Kunst aus.

Wolf Uhr
Elmgreen/Dragset Uhr

Stolpersteine: Gunter Demig und Marie-Antoinette Chiarenza, 1994/2004/5

Bereits 1994 kam es so zu einer ersten Ausstellung von 250 Stolpersteinen von Gunter Demig in der Antoniterkirche in Köln. Am 4. Januar 1995 verlegte Demnig probeweise und ohne Genehmigung die ersten Steine in Köln. Zur Skulpturbiennale 2005 im Kreis Borken reichte die Schweizer Künstlerin Chiarenza 2004 ein Projekt zum Thema "Latente Historie" ein, mit dem sie auf "vergessene Frauen" u.a. mit "Stolpersteinen" aufmerksam machen wollte. (Archiv)

Auszug Projektskizze Chiarenza

Baselitz kopiert sich selbst, 2006

Begründung des Künstlers: "Ich will testen, ob ich es noch einmal schaffe, mich auf diese Höhen zu schwingen. Denn ich finde meine Bilder von damals heute noch ziemlich gut." (MZ 24.2.2006)

Chris Dury versus Ralf Witthaus: Rasenmähen als Kunst, 2005/6

Dury "Fingerabdruck", 2005
Witthaus "Dechaneischanze", 2006

Timm Ulrichs versus Guillaume Bijl: Kirchtürme, 2006/7

In dem Film "Versunkenes Dorf" von Wolfgang Braden wird die Realisation von Timm Ulrichs gleichnamiger Architektur-Skulptur in München- Fröttmaning (2004 bis 2006) gezeigt. Der Film dient auch als Beleg für Ulrichs These, dass der belgische Künstler Guillaume Bijl seine Arbeit für die "Skulpturprojekte 2007" in Münster "abgekupfert" habe. Bijl ist seit 2001 wie Ulrichs Professor in Münster und war bei den "skulptur projekten münster 07" mit der Arbeit "Archeological Site (A Sorry Installation)" am Aasee vertreten. Sie besteht aus einem acht Quadratmeter großen Loch, das sich fünf Meter tief in einem Hügel befindet. Darin steht ein versunkener Turm mit Schieferdach und Wetterfahne. (WN 18.2.2006)Nicht gestritten aber wurde darüber, dass Marielle Neudecker im Rahmen der Skulpturbiennale 2003 Kreis Steinfurt bereits ein "Versunkenes Dorf" realisiert hatte.

Neudeckers Versunkenes Dorf

Louis Vuitton: "Nackt-Alphabet" von Vanessa Beecroft versus Anthon Beeke, 1970/2007

Für Louis Vuitton schuf Vanessa Beecroft ein Figurenalphabet aus unbekleideten Körpern, mit dem unter anderem auch der Firmenname dargestellt wurde. Allerdings hatte 1970 der niederländische Künstler Anthon Beeke bereits ein solches Figurenalphabet geschaffen. Beecrofts Arbeit wurde deshalb zurückgezogen. "Vanessa Beecroft entschuldigt sich für alle eventuellen Missverständnisse", hieß es in einer Mitteilung. (Die Welt 21.11.2007)

Beecroft Alphabet (Auszug)
Beeke Alphabeth (Auszug)

Motiv: Politiker

Brenda Bury: Margaret Thatcher, 1986

(Spiegel 6 1986)

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Hoviv: Francois Mitterrand, 1990

(Spiegel 2 1990)

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Hoviv: Valéry Giscard d´Estaing, 1990

(Spiegel 2 1990)

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N.N.: Richard Nixon, 1992

(Spiegel 35 1992)

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N.N.: Oskar Lafontaine-Plastik, 1992

(Spiegel 26 1992)

Bronzeplastik mit einem Schild, dass eine Schülergruppe aufgehängt hatte

Joe Brockerhoff: "Kaiserpfalz - Deutschland zur Zeit Helmut des Großen, 1992

(Spiegel 33 1992)

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Kayti Didriksen: George W. Bush in Olympia-Pose (Manet), 2004

(Spiegel 43 2004)

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China zensiert Kröte, weil sie Ex-Präsident Jiang Zemin ähnelt, Peking 2014

Weil sie dem früheren Präsidenten Jiang Zemin ähnelt, wurde eine aufblasbare Kröte 2014 Opfer der chinesischen Internetzensur. Das 22 Meter hohe Kunstobjekt war im Juli im Yuyuantan-Park aufgestellt worden. Kurz danach waren dann alle Berichte über die Kröte, Chinas traditionellen Glücksbringer, im Onlineauftritt der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua und dem Internetportal Seibo verschwunden. Nur auf zweitrangigen Nachrichtenseiten waren sie noch zugänglich. Jiang Zemin war KP-Chef, Staatschef und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission. Seine leichten Hängebacken hatten ihm schon früher bei einigen Internetnutzern den Spitznamen "Kröte" eingebracht. (WN 24.7.2014)

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Reduzierte Kunst

Karoline Bröckel: o.T., 2006

Einladungskarte Galerie Werner Klein

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Raimund Girke: in Bewegung, 2006

Einladungskarte Galerie Werner Klein

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Rainer Ruthenbeck: Plattenbogen hängend, 2007 als Kunstwerk des Monats im Westf. Landesmuseum Münster

(WN 14.2.2007)

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