Orgasmusprojekt - Literatur

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Zum Hintergrund

Die Rubrik enthält eine work-in-progress-Sammlung von Orgasmusbeschreibungen aus der Literatur. Es geht also um die Be und Umschreibung des Nicht-Beschreibaren mit entsprechenden Quellenangaben. Vorwiegend, aber eben nicht nur, wurde bei den Quellen auf "seriöse" Prosa unterschiedlichster Genres zurückgegriffen.


Be- und Umschreibungen

Weiblicher Orgasmus

Von Männern beschrieben

"Sie stützte ihre Hände auf meine Brust und riß sie im letzten Moment hoch, hielt ihren Kopf und stieß einen tonlos schluchzenden, gurgelden Schrei aus, der mich beim ersten Mal erschreckte und den ich später begierig erwartete." (Bernhard Schlink, Der Vorleser, Zürich 1997, S. 34)

„Mir wurde bewusst, dass ich noch nie mit einer Frau geschlafen hatte, die Haarspray benutzte. Es machte ihr Haar stumpf, und das lenkte mich ab. Ich merkte, dass ich an die Stumpfheit ihres Haares dachte statt an das, was unsere Körper taten. Als ihr Körper seinen Teil getan hatte, stieß sie ein kaum hörbares Ächzen aus, wie eine sich schließende Tür.“ (Anonymus, Mit aller Macht, München 6. Auf.l 1996, S. 315)


"Welche Macht besitzt die Liebe? El Caucho zittert. Er fürchtet sich vor der Verantwortung, die er da übernimmt. Wieviel Zeit wird nötig sein, um diesem armen Wesen den Schrei zu entlocken, auf den ein jeder Mensch ein Anrecht hat? Er glaubt, dass er sie liebt, aber was weiß er schon von der sinnlichen Liebe, von seiner Befriedigung einmal abgesehen…? Seine Befriedigung…! Welche Befriedigung? Bisher hat er doch nur flüchtige Liebschaften erlebt. Mit seinem Herzen, mir seiner Seele hat er noch nie am intimen Wesen eines anderen Menschen teilgehabt. Er hat Angst … Er will diesen Körper zu nichts zwingen, und solange er es vermag, zögert er den Augenblick ihrer Verschmelzung hinaus. Er lauscht auf jeden Atemzug, auf jeden Schlag ihres Herzens. Seine Unwissenheit und sein Glaube finden zaghaft nur, aber schließlich doch die richtigen Gebärden für die erste Liebesnacht der Nina Estrellita.Mit einem Mal erfasst ein unbändiges Beben ihren ganzen Körper, und mit ekstatisch verklärtem Blick und klappernden Zähnen antwortet ihm schließlich die jungfräuliche Eglantina Covarrubias y Perez.“ (Jacques Stephen Alexis, Die Mulattin, Bergisch Gladbach 1987, S. 281)

"So, glaubte sie, musste Sex sein; es war erregend, so wie es erregend ist, einen Ball schwungvoll zu werfen; Irgendwie waren wir auch Akrobaten, die aufeinander zustürzen, sich in der Luft treffen und umschlungen ins Netz fallen. So war es. Ihr Mund stand offen, ihre Augen waren zur Seite gerollt und blieben starr – ich hatte ein Gefühl, als bräche die Dämmerung herein. Ich wusste, wie weit sie war, jedenfalls glaubte ich es zu wissen. Sie drängte, sie trieb uns an. Es bestand keine Gefahr, sie auf diese Weise zu zerbrechen. Orra. Ich fragte mich, ob sie wusste – das gefiel mir an ihr – wie naiv sie war, dieser amerikanische Fick, dieser Teeanger-albern-in-der-Dämmerung-auf-der-Straße-herum-Fick. Nachdem ich meinen Schwanz zurechtgerückt und ein bisschen hin und her bewegt und den Unterleib auf ihre Klitoris gepresst hatte, zog ich ihn ein Stück heraus, allerdings nicht gerade, sondern in einem Bogen, so dass er gegen die Wand ihrer Möse drückte und sie verfolgen konnte, wo er gerade war; und dann hielt ich ganz kurz inne, bevor ich wieder zustieß, damit sie sich auf den Stoß gefasst machen und ihn erwarten konnte; ich hämmerte ihn hinein und verstand sie, während ich auf absurde und wahrscheinlich ganz unbegründete Weise meine sexuelle Virtuosität genoß; und sie wurde plötzlich still und begann dann laut zu atmen, und dann stürzte etwas in ihr ein oder brach. Mit einemmal erschauerte sie anders. Es war wirklich, als läge sie auf einem Bett aus Flügeln, als hätte sie unter sich ein halbes Dutzend zusammengelegter Flügel, sechs gewaltige Schwingen, echte Schwingen mit fleischigen Rändern, aus deren Rückseite schimmernde Federn wuchsen; und sie alle regten sich unter ihr. Sie richtete sich halb auf, und ich hielt sie, damit sie sich nicht herumwarf und ihren Halt oder ihre gerade erst gewonnene Höhe verlor auf diesem unzugänglichen Glasberg, den sie begonnen hatte zu ersteigen, auf dieser zerbrechlichen Durchsichtigkeit, die unter ihr entstand und größer wurde und für mich von Licht und Dunkelheit zu schäumen schien, als glitten wir über einer Landschaft aus Hecken und Mondlicht und Schatten durch die Luft: ein Berg, ein Meer, das entstand und größer wurde; es wurde größer und größer; und sie sagte: „OH!“ und „OHHH!“, fast als hätte sie sich in die Luft geschwungen und fühlte sich noch immer unsicher auf ihren Schwingen und als wäre ich dabei, zwar ohne Flügel, aber dank irgendeines Zauberwortes und einer Gnade der Verbundenheit; ich hämmerte weiter, und sie sah hinunter und bekam Angst: Die Spannung in ihrem Körper nahm gewaltig zu; und plötzlich durchlief sie eine große, eine wirklich massive Welle der Gewalt, aber jetzt war es, als begänne, aus Angst vor der Höhe oder infolge irgendeines Automatismus, das erste ihrer Flügelpaare zu schlagen: große Fächer wedelten durch die Luft, große Schwingen aus Fleisch und Blut, aus denen Federn wuchsen, bewegten sich auf und nieder, gaben ihr Halt und hoben sie noch weiter hinauf – sie zischte und raschelte, sie war still und zugleich heftig; die großen Schwingen und ihre Bewegungen erzeugten Muster aus angespannten und sich überkreuzenden Muskeln: ihre Arme, Beine und Brüste waren ein Eche dieser Anstrengung oder unterwarten sich der Anstrengung oder mühten sich, die Last der schlagenden, peitschenden Flügel zu bewegen. Ihre Atemzüge waren will, aber nicht laut, und kippten in alle möglichen Richtungen; unregelmäßig waren sie und neu in diesem besonderen Traum, und sie erzeugten den Eindruck, als sähe sie auf einen gr0ßen Luftraum hinab; sie packte mich bei den Schultern, aber sie hatte vergessen, wie sie die Hände zu bewegen hatte, denn diese führten nur die Geste des Zupackens aus, die Geste eines wohlmeinenden, dunklen, aber immer heller leuchtenden, verrückten, an Gedächtnisschwund leidenden Engels. Sie rief: !Wiley! Wiley!, aber sie rief es flüsternd, im Flüsterton eines Menschen, der an einem Nachthimmel dahinglitt, der sich wahnwitzig in die Luft schwang, eines Menschen, der verrückt wurde, der die verrückte Reinheit und Gemütsart eines Engels annahm, eines Menschen, für den dies alles eine unerträgliche Qual darstellte und der eine unerträgliche Angst litt, dessen Lust gewaltig, nur zur Hälfte menschlich, wahnsinnig war. Dann rief sie zurechtweisend: „Wiley!“ Sie schrie meinen Namen: „Wiley!“ – es war lediglich ein Ausruf, sie schrie ihn heiser und irr, sie bat um Hilfe, gab aber mir die Schuld; es war ein hässliches Geräusch, das ein wenig wie aus der Gosse klang; die Hässlichkeit zerstörte nichts, vielleicht besaß sie auch einen eigenen Impetus, aber sie zerriß eine andere Hülle, eine Membran der Gewöhnlichkeit – ich weiß es nicht-, und Orras zweites Flügelpaar begann zu schlagen; ihr ganzer Körper flatterte auf dem Bett. Ich war so naß wie … ein Fisch und stampfte weiter, verschwitzt, mahlend. Ich sagte: „Das ist gut, Orra, das ist gut.“ Und stieß weiter zu. Hing in der Luft. Sie rief: „Was ist das?“ Sie schrie es, wie eine riesige Frau, die sich ihrer Haut zu wehren weiß jemanden anschreien könnte, der sie unklugerweise mit Schlägen traktiert. Sie schrie – wütend, es schien wie eine Ankündigung eines Wutausbruchs zu sein: „Oh, mein Gott!“ Wie: „Wer hat diese Tasse kaputtgemacht?“ Ich machte weiter. Sie richtete sich auf, hob den Kopf und sah mir gerade in die Augen; ihre Augen waren riesig, sie quollen vor. Sie sagte: „Wiley, es passiert!“ Dann ließ (sie, der Verf.) sich zurückfallen und schrie ein paar Sekunden lang. Ich mahlte und sagte dumpf: „Das ist gut, Orra, das ist gut.“ Ich wollte nicht Laß los oder irgend etwas Eindeutiges sagen, denn schließlich hatte ich keinen blassen Dunst vom weiblichen Orgasmus und wollte ihr nicht einen Ratschlag geben und damit alles verderben; außerdem wollte ich mich nicht festlegen, denn es war ja möglich, dass das hier blinder Alarm war und wir weitermachen mussten. Ich stieß zu, hielt inne und zog ihn wieder raus und stieß wieder zu, allerdings nicht ganz im Takt – ein – bums – eins – bums, und dann eins-eins-eins -, und sagte: „Das ist scharf, das macht mich an, Orra, das macht mich sehr an“, und dann: „Gut, Orra“. Imd darauf zittere sie auf eine ganz neue Art. „Gut, Orra“, dagte ich, „gut … Orra“, und dann, mit einemmal, geschah es. Irgend etwas zog sie über den Rand, und irgend etwas gab nach; und alle drei Flügelpaare begannen zu schlagen: Sie war das Zentrum und der Ursprung und das Opfer eines Turms von Flügelschlägen; wir schwebten über der Welt; Gottes Körper in uns glitt als riesiger Vogel dahin; das große Wunder peitschte ihren Rücken, peitschte rings um uns her auf das Bett; es zerrte an ihr, sie war gequält und außer sich, sie war sich fremd in diesem körperlich-unkörperlichen Ding, in dieser engelsgleichen Verkörperung Gottes, diesem andren Element ihrer selbst: Die Flügel waren ausgebreitet; sie dinnerten und galoppierten keuchend mit ihr davon; fast rissen sie sie auseinander; und sie schrie: „Wiley!“ und „Meingottmeingottmeingott!“ und „ES HÖRT GAR NICHT MEHR AUF, WILEY, ES HÖRT GAR NICHT MEHR AUF!“ Sie war bleich und gerötet zugleich; die Haare hingen ihr ins Gesicht; sie war schweißnaß und schlug um sich. Es war, als würde sie von einer unglaublich seltsamen und wilden Kraft – etwas wie ein heiliger Zorn – in eine Höhe gehoben, in der sie nicht atmen oder gehen konnte: Der Äther würgte sie, sie war ein kriechender Seraph – taumelnd und flammend und fremd, mit einer Kraft, die das Vorstellungsvermögen überstieg, schrecklich und beängstigend und schöner, als ein Mensch je sein kann. Ein schreiendes Kind, ein heulender Engel in göttlichen Gefilden: Sie schüttelte sich, ohne an sich zu halten, wie ein Engel, der Drohungen ausstößt; ihr Körper bäumte sich auf, fiel zurück, bäumte sich abermals auf; ihre Hände schlugen auf das Bett; sie stieß sehr laute, heisere, zerrissene Laute aus – ich hatte Angst um sie: Es war ihr erster Orgasmus in den sechs Jahren, in den sechs Jahren, in denen sie mit ihrem Körper herumgespielt hatte. Es tat ihr weh; ihr Gesicht sah aus wie ein Stein, wie eine monströse Schnitzerei; nur ihr Körper war lebendig; ihre Arme und Beine waren ausgestreckt und angespannt und schlugen um sich oder waren schwach und zuckten kraftlos. Sie war ein Engel, so funkelnd wie ein wunderschönes, zigmal vergrößertes und unwiderruflichexotisches Insekt: Sie war nicht wie ich – sie war eine Frau, die rasselnde, erstaunte, unkontrollierte, unglückliche Laute ausstieß, eine Frau, die aussah, als sei sie erschreckt und vertieft und von der Vielfalt und der Bösartigkeit der Empfindungen – einschließlich ihrer Erleichterung – zermürbt, die auf sie einstürzten.“ (Harold Brodkey, Unschuld, Reinbek bei Hamburg 2. Aufl., 1993, darin: Unschuld, S. 251 – 304, S. 299ff)

„Glenn begann zu stöhnen und zu ächzen. Seine Stöße kamen unregelmäßiger. Er verkrampfte sich. Der Orgasmus stand unmittelbar bevor. Sue spannte ihren Körper an. Sie fürchtete sich ein wenig, aber sie wich nicht aus. Dann schoß ihr der warme Samen in den Mund und überraschte sie maßlos. Bevor sie recht begriffen hatte, was geschah, hatte sich ihr Mund so sehr gefüllt, dass sie schlucken musste, wenn es ihr nicht wieder herauslaufen sollte. Ein schier unerschöpflicher Springbrunnen hatte sich in ihrem Mund aufgetan. Sue schluckte … und dabei hatte sie einen Orgasmus.“ (Stan Carter: Hollywood-Huren Hamburg 1971 S. 57)


"Die Frau neben mir lag wie eine gespannte Sprungfeder da. Ich konnte die Spannung unter ihrer Haut förmlich spüren. Allmählich geriet ich ins Schwitzen. Plötzlich gab sie ein seltsames, leises Stöhnen von sich. Weitere grässliche Gedanken zuckten mir plötzlich durch den Sinn. War sie etwa krank? Hatte sie einen Herzanfall? Sollte ich hier vielleicht lieber ganz schnell verschwinden? Sie stöhnte wieder – diesmal lauter. Dann rief sie ganz plötzlich laut: „Ja-ja-ja-ja-ja-!“, und wie eine Bombe, deren träger Zünder endlich das Dynamiterreicht hat, wurde sie explosionsartig lebendig.“ (Roald Dahl, Kuschelmuschel. Vier erotische Überraschungen, Stuttgart Hamburg München 1975, darin Wildwechsel, S. 91 – S. 134, S. 125f)

„Einen Augenblick später waren wir beide Millionen Meilen fort im Weltenraum und flogen in einem Regen von Meteoriten, ganz rot und golden, durch das Universum. Ich ritt sie ohne Sattel, beugte mich vor und umklammerte sie fest mit meinen Schenkeln. „Schneller!“ rief ich, ihr lange Sporen in die Flanken jagend. „Schneller!“ Schneller und immer schneller flog sie, sauste und wirbelte ma Himmelsrand entlang. Ihre Mähne glänzte in der Sonne, und aus ihrem Schwanz stob Schnee. Das Machtgefühl, das ich empfand, war überwältigend. Ich war unbesiegbar, erhaben. Ich war der Herr des Universums, zerstreute die Planeten in alle vier Winde, fing die Sterne mit der Hand ein und schleuderte sie fort, als wären sie Tischtennisbälle. Oh, Ekstase und Verzückung! Oh, Jericho und Tyrus und Sion! Die Mauern stürzen ein, und das Firmament löste sich auf, und aus dem Rauch und dem Feuer der Explosion stieg langsam Wieder der Salon im Waldorf in mein Bewusstsein auf wie ein grauer Regentag.“ (Roald Dahl Kuschelmuschel Vier erotische Überraschungen. Reinbek bei Hamburg 1974, darin: Bitch, S. 237)

„Nebenan fand in diesen Augenblicken Jane ihre Erlösung. In einem langanhaltenden Seufzer entspannte sie. `Hörst du, Che´ri? Ist das nicht wundervoll?``Nun ist sie endlich soweit`, erwiderte ich. Janes Orgasmus machte Nicole nur noch leidenschaftlicher. Sie war selbst bald soweit. Ich erfühlte schon ihre ersten Wellen und auf ihr erneutes Bettlen hin, Jane zu vernaschen, rief ich ihr laut zu: `Ja, ich will sie.´Bei diesen Worten war es um Nicole geschehen. Auch sie empfing in einem lauten Aufstöhnen ihre Lusterlösung.“ (Horst Fischer: 20 Liebesnächte in Paris … ein junger Student in französischen Betten, Konstanz 1967, S. 162)

"Ich fragte mich, ob sie ihm ihren Orgasmus geschenkt hatte, dieses diffizile Kunstwerk ihrer Lust, etwas, das sich anschlich, so leise, dass man es nicht kommen sah, hörte oder fühlte, und das einen dann plötzlich ansprang, einem kurz angst macht, dann aber gleich wieder die Richtung änderte, um sich unfassbar langsam zurückzuziehen.. … An dem Punkt, wo Brittas Orgasmus einen kurz ansprang, stieß sie meist einen kleinen Schrei aus, als hätte man sie mit einer Nadel gepiekt, weniger ein Schmerzensschrei als vielmehr einer, der aus der Überraschung kam. Und dann dieses Abebben." (Frank Goosen, liegen lernen Frankfurt a M 2000, S. 208f)

"Wenn sie kam, flatterten ihre Augen, gingen aber nie ganz zu. Man sah dann das Weiße in ihren Augen. Sie wurde ganz still und alles in ihr spannte sich an. Ich konnte es kommen sehen, es schien in ihr aufzusteigen, und erst wenn sie wirklich kam, stöhnte sie laut auf, als habe sie minutenlang die Luft angehalten." (Frank Goosen, liegen lernen Frankfurt a M 2000, S. 90)

„Ich fing langsam an zu arbeiten. Aber ich steigerte meine Grausamkeit nur noch. Einen Stoß, einen zweiten, einen dritten – dann hielt ich an. Sie wurde verrückt durch dieses Manöver. Nie hab ich ein Weib so unter mir keuchen gehört wie die kleine Französin, die infolge meines Kniffs immer kurz vor dem Ziel umkehren mußte. „Was macht ihr dort?“ „Oh – du – du – wir – wir lieben uns.“ Ich war durch diese Antwort so überrascht, dass ich ganz und gar meine Pflichten vergaß. „Ja – ja bei mein-ner Selig-keit – ah, endlich – ist das süß – ist das wonnig – oh comme – je fadore – ah – ah – je –m-e-urs.“ Ein lauter tiefer Seufzer, und die arme gequälte Claire war endlich glücklich.“ (James Grunert, Die Memoiren eines Berliners, München 1979, S. 108f)


„Ich küsste zappelnd das lachende Ding. Ich wusste nicht wie mir war, noch was und weshalb ich dies tat, aber wie im Kampf strampelte ich heftig. Das Mädchen hielt mich umfangen, es lächelte, ich fühlte mich geklemmt und gerieben, und plötzlich war mir, als steckte ich den sommerlich heißen Kopf ins eisige Wasser des Brunnens, der Atem stockte, als riebe mir jemand im schwitzigen Bett Schnee über den Rücken, als zwickte mich jemand am ganzen Körper, flösse das Blut aus allen Poren, rieselte warm über alle Glieder, als stächen mich tausend Mücken, Hornissen, Bienen, ich erschauderte, versank in einer dunklen Höhle, das Licht schwand mir, umgeben allüberall von warmen, süßem Blut, ich rang nach Luft, ich zuckte, ich fühlte Blut aus mir strömen, in die Höhle, Blut in dicken Strahlen. Jetzt glaubte ich: ich sterbe. Die Höhle war Höhle, aber plötzlich wurde es dunkel um mich herum, schwarz … (Marcel Konrad, Stoppelfelder, FFM 1987, S. 118f)




"Lange drückte ich meine Lippen gegen ihr runzliges Geschlecht, spürte, wie ihre Schamhaare mich in der Nase kitzelten, leckte begierig und zärtlich ihre kleine Klitoris, bis ich fühlte, wie sie sich erregt bewegte und mit einem Zittern ihres Unterleibs und ihrer Schenkel zum Höhepunkt kam." (Mario Vargas Llosa, Das böse Mädchen, Frankfurt 2007, S. 67f)

"Schließlich fühlte ich, wie sie sich bewegte, und hörte dieses sanfte Schnurren, das ihr aus dem Bauch in die Kehle zu steigen schien, fühlte, wie ihre Gliedmaßen sich verkrampften, und vernahm ihr langgedehntes, lustvolles Stöhnen.“ (Mario Vargas Llosa, Das böse Mädchen, Frankfurt 2007, S. 80)



"Er warf sich auf sie und umschlang sie in leidenschaftlichem Begehren. Sie keuchte, schwach vor zitternder Erwartung. Plötzlich stieß sie einen Schrei aus; das, was sie herbeigesehnt hatte, hatte sie wie ein Blitzstrahl getroffen.“ (Guy de Maupassant, Ein Mädchen erwacht zur Frau, München 1959, S. 66)

"Würde sie in Juliens Armen wieder dies einzigartige heftige Erdbeben aller Sinne erleben, das sie auf dem Moos bei der Quelle erfahren hatte?" (Guy de Maupassant, Ein Mädchen erwacht zur Frau, München 1959, S. 68)

„Toots leckt meine Eier, rutsch mit ihrer Zungespitze dahinter und an meinen Schenkel hinab … Sie küsst meine beiden Arschbacken, leckt sie; und als hätte sie gerade Mut gefasst, presst sie ihre Lippen küssend auf mein Arschloch und saugt daran! Das scheint das höchste Vergnügen zu sein, auf das sie gewartet hat, dieses Biest … sie drückt ihre Zunge gegen meinen Anus, und als sie hineinschlüpft, kommt sie … Saft fließt aus ihr, als würden plötzlich hundert Ventile geöffnet.“ (Henry Miller , Pous Pistorum, Reinbek bei Hmaburg 1986, S. 146)


„Wenn sie zum Orgasmus kam, rief sie immer noch „O Gott! O Gott!“ ((Harry Mulisch, Die Entdeckung des Himmels, Reinbek 1993, S. 561)

„“Entspann dich“, murmelte Matt, und dann presste er seine Zähne in ihre Schulter. Er hob ihr die Hände über den Kopf und drückte sie auf den Boden, rieb seine Hüften gegen ihre. Es war anders als sonst, aber Josie musste zugeben, dass es erregend war. Noch nie hatte sie sich so schwer gefühlt, als hätte sie einen eigenen Pulsschlag zwischen den Beinen. Sie krallte ihre Finger in Matts Rücken und zog ihn noch näher. „Jaaa“, stöhnte er und drückte ihre Oberschenkel auseinander. Und plötzlich war Matt in ihr, stieß so fest, dass sie auf dem Teppich nach hinten rutschte. „Warte“, sagte Josie, wollte sich unter ihm wegrollen, aber er presste ihr eine Hand auf den Mund und stieß immer schneller und schneller, bis Josie spürte, dass er kam. Ein klebriger, warmer Fleck sammelte sich auf dem Teppich unter ihr.“ (Jodi Picoult, 19 Minuten, München Zürich 2008, S. 329)

"Und jetzt zieht sie die Beine wieder an. In dieser Stellung möchte sie kommen. Nun geht das Gemurmel los. «Darf ich? Darf ich?» Sie überlegt noch, wann, und murmelt vor sich hin: «Darf ich? Darf ich? Darf ich kommen?» Wen fragt sie das? Den imaginären Mann. Männer. Alle miteinander, einen von ihnen, den Anführer, den Maskierten, den Jungen, den Schwarzen, vielleicht auch sich selbst oder ihren Vater. Oder überhaupt keinen. Die Worte allein reichen ihr, das Betteln. «Darf ich? Darf ich kommen? Bitte, darf ich?» Und jetzt übt sie den Druck gleichmäßig aus, steigert ihn ein wenig, noch ein wenig, immer weiter, genau da, und sie es, und sie muß weiterfragen - «Darf ich? Darf ich? Bit¬te?» -, und nun kommen die Geräusche, meine Damen und Herren, in Kombinationen, die jeder Frau ganz eigen sind; die Geräusche, die das FBI geradezu wie Fingerabdrücke zur Identifizierung des ganzen Geschlechts verwenden könnte -ohh, hmmmm, ahhh -, denn jetzt geht es los, jetzt kommt sie, und sie drückt noch fester, aber nicht übermäßig, nicht so, daß es weh tut, zwei Finger, rauf und runter, breiter Druck, sie braucht diesen breiten Druck, denn sie will noch einmal kom¬men, und jetzt zieht das Gefühl in die Möse, sie schiebt den Finger tiefer rein, sie denkt, ein Dildo wäre jetzt nicht schlecht, aber sie hat ja ihren Finger, und der, der bringt es auch! Immer weiter rauf und runter mit dem Finger, als ob je¬mand sie ficken würde, und jetzt, um das Gefühl zu steigern, krampft sie bewußt die Möse zusammen, macht sich eng, um mehr Reibung zu erzeugen, rauf und runter und gleichzeitig mit den anderen Fingern immer an der Klitoris. Wenn sie den Finger in die Möse steckt, ändert sich das Gefühl - am Kitzler ist es sehr präzise, aber mit dem Finger in der Möse wird es diffus, und genau das will sie: die Diffusion des Gefühls. Auch wenn die zwei Hände nicht leicht zu koordinieren sind: mit äußerster Konzentration gelingt es ihr, diese Schwierigkeit zu überwinden. Und wie. Ohhhh. Ohhhh. Ohhhh. Und dann liegt sie da und keucht ein Weilchen, und dann nimmt sie das Buch und setzt die Lektüre fort, und alles in allem gibt es hier manche Parallele zu Bernsteins Interpretation von Mahlers Crescendos und Diminuendos, für das Erhabene und das Wahnwitzige ihres Vertrags, für die beherrschte Unbeherrschbarkeit und für die ungestüme Kraft des langgezoge¬nen Finales. Besser als Bernstein. Seine Frau. Er hatte das ganz vergessen. Zwölf, fünfzehn Jahre ist es her, daß sie mich hat zusehen lassen. Wie das wohl wäre, mit Roseanna zu schlafen? Manche Männer treiben es noch mit ihren Frauen, jedenfalls wollen uns das die Demoskopen glauben machen. Wäre also nicht absolut ungewöhnlich. Möchte wissen, wie das riecht bei ihr. Ob überhaupt. Der sumpfige Geruch, den Roseanna als junge Frau verströmte, schier einzigartig, durchaus nicht fischig, sondern pflanzlich, wurzelhaft, erdig und vermodert. Ich habe das geliebt. Es kam einem fast hoch dabei, und dann aus der Tiefe tauchte etwas so Unheimliches, daß es einen, peng, aus dem Ekel heraus ins Land der Verheißung schleu¬derte, dorthin, wo einem das ganze Sein nur noch in der Nase sitzt, wo das Dasein aus nichts mehr und nichts weniger als dieser wildschäumenden Fotze besteht, wo das einzige, was in dieser Welt noch zählt, nichts anderes ist als die Welt selbst und der Wahnsinn in deinem Gesicht. «Da! Nein - dal Ja... dal Da! Da! Da! Ja! Da!» Ihre ekstatische Maschinerie hätte selbst noch Thomas von Aquin verblüfft, hätte er deren Öko¬nomie mit seinen Sinnen erfahren. Wenn Sabbath überhaupt irgend etwas als Argument für die Existenz Gottes diente, wenn überhaupt irgend etwas in der Schöpfung Gottes Wesen erkennen ließ, dann waren es die Tausende und Abertausende von Orgasmen, die auf der Spitze dieser Nadel tanzten. Die Mutter des Mikrochips, der Triumph der Evolution, gleichrangig mit der Netzhaut und dem Trommelfell. Hätte nichts dagegen, wenn mir selbst so was wachsen würde, mitten auf der Stirn, wie das Auge des Zyklopen. Was brauchen sie Schmuck, wenn sie das besitzen? …" (Philipp Roth, Sabbaths Theater, o.J., S. 592ff)


"Rühr dich nicht. Noch nicht. Behalte diesen überwältigten Leib ganz und gar auf dir, tief in ihm dein wütendes Schwert, auf deinen Schultern seine friedfertigen Hände und auf deiner Brust mit der Tunika aus Haaren dieses Gesicht, in dem der Mund heimlich stöhnt, ohne es zu wissen. Geduld, hoher Herr, ein paar Sekunden noch! Die Belohnung ist da, genau in dem Augenblick, da ich endlich … dir gehöre.“ (Claude Sadut, Die Unterwerfung, Hamburg 0.J., S. 170)

“-DAAAVEEE! DAAVEE! Sie brüllt die ganze Nachbarschaft zusammen, gibt´s das, - BLEIB, BLEIB FÜR IMMER, WIR SCHAFFEN ES, OH DAVE … OHDAAA-VEEE! Sie bäumt sich auf wie n beschissener Mustang, ich kann ihre Energie unter mir spüren und ihren Körper an meinem und alles und fühl mich innerlich wie tot, als sie endlich Ruhe gibt, und ich zieh ihn raus, noch immer hart wie ein Ziegelstein…“ (Irvine Welsh, Ecstacy, Köln 1997, S. 193f)

Von Frauen beschrieben

„Jedes kleine Mädchen liebt etwas Hartes, Schnelles, Kostbares zwischen den Beinen, etwas, das ihm den Ritt seines Lebens verschafft, in die Unendlichkeit und noch weiter.“ (Julie Burchill, Verdammt – ich hatte recht!, Reinbek bei Hamburg 1999, S. 137)

„Und sie entspannte sich. Sie fühlte sich so wohl wie noch nie im Leben. Sie flüsterte ihm schnelle, sinnlose Worte zu, er flüsterte etwas zurück, sie hörte nur halb hin. Mit einem tiefen Seufzer und dem Gefühl süßer, flüchtiger Schwäche öffnete sie die Augen und erblickte sein Gesicht.“ (Polina Daschkowa, Die leichten Schritte des Wahnsinns, 3. Aufl. Berlin 2002, S. 267)

"Sie spürte, wie ihr Körper langsam und zunächst beinahe widerwillig dem Höhepunkt entgegenstrebte, strengte sich an, ihn zurückzuhalten, den Augenblick so lange wie möglich auszudehnen, bis sie es nicht mehr kontrollieren konnte und erneut aufschrie, während sie ihre Fingernägel in seinen Rücken grub und sich an ihn klammerte, als wäre er ein Rettungsring in tückischer See. Sekunden später sanken sie übereinander zusammen, ihre Körper von einem feinen Schweißfilm bedeckt.“ (Joy Fielding, Bevor der Abend kommt, 4. Aufl. München 2004, S. 268f)


"Ich hab mich gefühlt“, begann ich langsam, „wie in einem kleinen Boot auf dem Fluß, vom Wind gewiegt. Und dann fiel direkt aus einem Sternenbild ein Stern herab und brannte ein Loch durch mich hindurch.“ (Beryl Fletcher, Die Fremde, München 2004, S. 166f)



"Wir waren laute Liebende in dieser Nacht in der philosophischen Fakultät. Ich bin sicher, wir machten Krach, als wir ineinander verknäult unter dem grellen Neonlicht auf den Boden fielen, und ich weiß, dass ich auf dem Höhepunkt schrie und dass er zu mir sprach, aber ich kann mich nicht erinnern, was er sagte, wahrscheinlich das, was jeder sagt, den Namen des anderen oder einfach ´ja´ - Worte, die nur bedeutungsvoll sind, während sie ausgesprochen werden." (Siri Hustvedt, Die unsichtbare Frau, Reinbek bei Hamburg 1993, S. 224)

„Menschenskind, Emily, was bist du schön!“ sagte er, ohne dabei ihr Gesicht anzusehen, dann küsste er weiter. „O ja, ja!“ Sie drehte sich ihm zu. Für ein „nettes“ Mädchen war Emmy in vieler Hinsicht erstaunlich schwer zu schockieren. Von den meisten Spielarten der Liebe hatte sie, als sie zu Will kam, keine Ahnung gehabt. Nicht nur, dass gewisse Praktiken niedrig und schmutzig seien, hatte sie nie gehört und sich folglich keine Meinung darüber gebildet, ehe sie erfuhr, welchen Spaß sie machten. … „Ahh“, sagte sie endlich, als sie wieder reden konnte. „Ich liebe dich.“ … „Das will ich schon die ganze Zeit sagen“, meinte sie, immer noch lachend.“ „Ja, das ist ein Nachteil an dieser Methode, dass man dabei nicht reden kann. Man will ja nicht immer lange Reden schwingen, aber dabei kann man nicht mal einen Schrei loslassen, oder sagen, wann es besonders gut tut.“ (Alison Lurie, Liebe und Freundschaft, Zürich 1987/89, S. 246f)


"Ich dachte wirr: Es musste kommen, es musste kommen! Und dann war es der Reigen der Liebe: die Angst, die der Begierde die Hand reicht, die Zärtlichkeit und das Rasen und der jähe Schmerz, dem triumphierend die Lust folgt."(Francoise Sagan, Bonjour tristesse, Frankf./M 1954, S 99)

"Er legt mich sanft auf das Segeltuch zurück. Es war eng und unbequem, und wir glänzten vor Schweiß. Unter uns schwankte das Boot in einem gleichmäßigen Rhythmus. Ich sah die Sonne an, sie stand gerade über mir. Und plötzlich das gebieterische und zärtliche Flüstern Cyrils … die Sonne machte sich los, zersplitterte und fiel auf mich…" (Francoise Sagan, Bonjour tristesse, Frankf./M 1954, S 112)

Männlicher Orgasmus

Von Männern beschrieben

"Das Erforschen ihre Körpers mit Händen und Mund, die Begegnung der Münder und schließlich sie über mir, auge in Auge, bis es mir kam und ich die Augen fest schloß und zunächst mich zu beherrschen versuchte und dann so laut schrie, daß sie den Schrei mir ihrer Hand auf meinem Mund erstickte. (Bernhard Schlink, Der Vorleser, Zürich 1997, S. 27)


„Immer tiefer stieß er in sie, und in dem Moment, in dem er ihren Blick zurückkehren glaubte, verlor er sich in ihr, für eine kurze Sekunde verwischten die Grenzen, und als er ihrem Mund entgegenfiel und die Luft einsog, die sie ausatmete, als er sein heißes Gesicht an ihres legte, fühlte er sich wie am Ende einer Reise. (Stefan Beuse, Die Nacht der Könige, München 2002/2003, S. 120)


"June war nackt, hatte ihre Schenkel über die Lehnen des Rollstuhls gelegt, hielt sich an der Rückenlehne mit beiden Händen fest und senkte sich langsam auf mich herab. Ich stöhnte laut beim Eindringen und kam fast sofort, als sie mich zu reiten begann. Ich versuchte, eine ihrer Brüste in den Mund zu bekommen, aber sie bewegte sich so stark, es gelang mir nicht. June hörte nicht auf. Ohne einen Laut von sich zu geben, kein Keuchen, kein Stöhnen, kein Wort, bewegte sie sich immerheftiger – ich spürte sie hart auf meine Oberschenkel treffen – es tat mir längst weh, und ich bat sie aufzuhören, aber sie ignorierte mich. Als der Schmerz unerträglich wurde, stieß ich sie von mir …“ (Thommie Beyer Das Aquarium, München 2003, S. 213f)

„Theseus verlässt Ariadne nicht aus einem bestimmten Grund oder wegen einer anderen Frau, sondern weil er sie vergisst, in einem Moment, der alle Momente in sich aufhebt.“ (Roberto Calasso. Die Hochzeit von Kadmos und Harmonia, Frankfurt am Main 1990. S. 22)


"Was dann geschah, ist in meinem Gedächtnis mit tiefem Ekel vermengt. Ich warf mich auf die Frau wie ein Tier, aber mit ebensoviel Rachelust wie Begierde, denn ich konnte ihr verächtliches Benehmen nicht vergessen und sah in dem Befehl, den sie mir gab, nur eine Unverschämtheit mehr. Das geheimnisvolle Liebeswerk, das ich nun endlich vollzog, ersetzte mir ein Werk des Hasses und verschmolz mit ihm. Indessen umschloß langsam der blasse kalte Leib meiner Herrin den meinen, gleich jenen Blumenungeheuern, von denen man sagt, sie nehmen das Insekt gefangen, das ihr süßer Duft anlockt. Ihre Füße vereinigten sich hinter den meinen und ihre Arme unter meinem Nacken; die Frische ihres Fleisches war wie eine Brandwunde. Im Höhepunkt der Wollust hatte ich das Gefühl, mich zu wehren. Wärmte ich eine Tote, deren starre Umarmung sich nicht lockern wollte? Diese eisige Umschlingung gab mir mitten im Genuß das Entsetzen zu kosten, und was man Trunkenheit der Sinne nennt, hinderte mich nicht zu begreifen, dass ich die Beute und nicht der Meister war. In dem dichten Haarschwall erstickte ich den Lust- und Angstschrei,..“ (Julien Green Der Geisterseher, Frankfurt a.M. 1976 S. 229)

"Dann brachen alle Dämme in ihm, und die Nacht wurde zu einer Traumfolge von sonderbaren Schnappschüssen und akustischen Eindrücken. Eine Tür, die sich quietschend öffnete. Eine schweigende Wand aus Büchern. Das Klicken eines Schlosses. Ein Lächeln. Lippen, die sich trafen, trennten und sich wieder trafen. Flüstern im dämmrigen Lampenlicht. Tastende Finger, die Brüste und Hintern und Reißverschlüsse fanden. Nackte Körperteile. Haut auf Haut. Packende, ziehende, stoßende Hände. Ein Schlag, sein klatschendes Echo auf der Haut. Eine Zornesaufwallung. Ein Zupacken. Ein Körper unter ihm. Ein schriller Schrei.“ (Rob Kean, Die Auserwählten, München/Zürich 1999,S. 110)

„Sie legte ihm eine Hand um den Hals und begann zu drücken, während sie das Tempo der Stöße erhöhte. Dann brachte sie mit einem strahlenden Lächeln auf dunklen Lippen die zweite Hand ins Spiel und verdoppelte den Druck auf seine Luftröhre, bis ihm der Atem stockte. Jetzt wehrte er sich wirklich. Er krallte sich in ihre angespannten Unterarme, aber sie schüttelte nur den Kopf. Er zuckte und zappelte, aber sie unterdrückte jeden Widertand. Als sich der Nebel des anoxischen Orgasmus auf ihn herabsenkte, gab er sich ihn und spürte nur noch, wie ihn Lindas heranbrandender Körper immer wieder auf Hüfthöhe rammte. Er verlor das Bewusstsein." (Rob Kean, Die Auserwählten,München Zürich 1999, S. 168)


„Ich habe die Hand in seine Unterhose geschoben und ihn in den Schwanz gezwickt. Ich habe gesagt: Du bist ein Elefant. Den Elefanten muß ich am Rüssel festhalten, weil er sonst das Geschirr zerstampft. Da wirft er mir den weißen Schaum in die Hand und schläft ein.“ (Marcel Konrad, Stoppelfelder, FFM 1987, S. 54)

„Ich haue ihr auf den nackten Hintern … das ist ein Genuß! Ich schnappe nach ihren Brüsten und lecke sie. Selbst wenn sie gehalten werden muß, während ich es mache, kann ich sie ficken wie ich will! Ich dehne ihre Vagina und lasse meinen Schwanz in ihren Bauch gleiten … Das Zimmer wird seekrank. Ihre Möse riecht nach Meer und die Welt schaukelt wie ein Boot. Um mich verschwindet alles … ich versprühe meinen Saft wie Gischt …“ (Henry Miller, Opus Pistorum, Reinbek bei Hmaburg 1986, S. 63f)

„Jetzt fickt er wirklich den Teufel aus ihr heraus. Der Saft fließt löffelweise aus ihr. Als er soweit ist, glaube ich, das Bett bricht zusammen… „Jetzt bekommt deine Möse ein bisschen was zum Aufwärmen“, schreit Sid sie an. „Vielleicht reicht es noch nicht, dich ganz zu füllen, aber warte nur … du bekommst noch mehr … haltet sie, Jungs … sie wird eine Meile weghüpfen wollen, wenn sie es spürt …“ „Tu das nicht!“ bettelt sie wieder … Daß Sids Saft in ihre Möse fließt, scheint sie mehr zu stören, als nur von ihm gefickt zu werden. „Das kannst du mir nicht antun!“ Aber Sid macht weiter und zeigt ihr, dass er ihr das alles sehr wohl antun kann. Er zieht seinen Schwanz heraus und lässt die letzen Tropfen als abschließende Erniedrigung auf ihren Bauch fallen. Miss Cavendish versteckt den Kopf unter den verknäulten Decken und stöhnt.“ (Henry Miller , Opus Pistorum, Reinbek bei Hamburg 1986, S. 61)

„Endlich springt sie ins Bett zurück … wenn ich meinen Schwanz in sie stecke, hört es vielleicht zu brennen auf, meint sie … ich ramme ihr meinen Steifen hinein, und sie jault lauter denn je … jetzt möchte sie nur noch so schnell wie möglich von mir wegkommen. Aber ich schiebe ihr einfach meinen Schwanz tiefer hinein und mache weiter … ich ficke sie, bis ich ganz benebelt bin, und je lauter sie schreit, desto besser gefällt es mir… In einem Weib zu kommen, das ein solches Höllenspektakel vollführt, könnte noch lustiger sein als gewöhnlich, gliche es nicht dem Versuch, auf einem winzigen Segelboot in einem Sturm Rad zu fahren. Als ich fertig bin und all meinen Saft in sie gespritzt habe, versucht Alexandra noch immer, die Bettfedern durchzutreten, aber ich habe noch meinen Schwanz in ihrer Möse.“ (Henry Miller , Pous Pistorum, Reinbek bei Hamburg 1986, S. 192)



"… und trieb ihn schnell zum Höhepunkt, als ob er aufgepumpt würde. Sein Atem kam ins Stocken, und mit einem lauten Schrei platzte etwas, und mit einem zweiten, einem dritten und vierten ergoß er sich in sie." (Harry Mulisch, Die Entdeckung des Himmels, Reinbek 1993, S. 297f)


"Sie streichelte mich und wollte mich gerade hineinlenken, aber da platzte es, da zerbarst die Welt und fiel in feuchten Flecken herab, wurde rot und empfindlich,…" (Mikael Niemi, Populärmusik aus Vittula, München 2004, S. 150f)

"Es wurde immer größer und stärker. Ein Kitzeln mit dem Messer, bevor es ein Loch schnitt. Ihr Haar hing dicht über mir. Dunkle Wolken. Voller Fleisch. Und jetzt. Ja, jetzt, jetzt platzte die ganze Welt, und der Regen schüttete aus schwarzen Wolken heraus." (Mikael Niemi, Populärmusik aus Vittula, München 2004, S. 272)


„Und sie rieb ihn, auf und ab, auf ab, auf ab, bis ich plötzlich eine Art Ozean gespürt habe, der mir aus den Gedärmen bis in den Kopf stieg und dann wieder in die Gedärme hinunter, und ich bin zum erstenmal gekommen.“ (Rocco und Antonia, Schweine mit Flügeln, Reinbek bei Hamburg 1977, S. 32)

„Dann plötzlich fühle ich etwas anderes, einen neuen Rhythmus, ein eigenartiges Gefühl, und ich hab endlich die Augen ganz aufgemacht und hab sie nackt auf mir drauf gesehen, und ich hab gemerkt, dass ich in ihr drin war und aß sie sich bewegte, die Hände an meinen Flanken und mit geschlossenen Augen , und ihr Becken rotierte immer schneller, und auch ich bewegte mich in ihr und ich habe sie an den Hüften gepackt und sie noch ein bisschen mehr gegen mich gezogen, und ich schob immer mehr und immer stärker, und sie hörte nicht auf, mit ihrem Becken zu rotieren, und mir war, als drehte ich mich immer schneller, und ich stöhnte und wimmerte und bin dann in ihr drin gekommen.“ .“ (Rocco und Antonia, Schweine mit Flügeln, Reinbek bei Hamburg 1977, S. 39)

„Sie wurde ganz glitschig von seinem Speichel und tauig vor Erregung, ihr Gesicht war rosa überhaucht, und die Höhlungen zu beiden Seiten ihres Halses wurden zu feuchten verknäulten Nestern aus gelöstem Haar. Und dann berührte sie ihn – erst sehr zaghaft, dann zuversichtlicher und neugieriger – dort, wo sein Hosenschlitz sich vorwölbte und das Entzücken seines Körpers einen explosiven Gipfel erreichte.“ (John Updike, Gott und die Wilmots, Reinbek bei Hamburg 1998, S. 276)

„An jenem Tag nahm sie ihn, sein groteskes hilfloses innerstes Selbst, zum ersten Mal aus seiner Hose heraus, dort im Sonnenschein – ein starker Geruch stieg ihnen in die Nase, wie von einem zerquetschten Käfer. Sie sahen gemeinsam hin, während sie ihre vollkommen geformte Hand auf der losen Haut auf und nieder bewegte, bis er seine kleine weiße Gabe menschlichen Samens darbrachte. Er schloß die Augen, doch weil er wusste, dass sie weiter unverwandt hinsah, fand er den Mut, sie im Augenblick der Ekstase wieder zu öffnen. Sie waren beide überrascht von dem Anblick – weder er noch sie hatte das je zuvor gesehen. „Wie hoch es gespritzt ist“, murmelte sie und wischte sich die Hand am Gras ab.“ (John Updike, Gott und die Wilmots, Reinbek bei Hamburg 1998, S. 306)


„Das Ficken war dann tatsächlich wie bei einem Ehepaar – schläfrig und pflichtschuldig, ein Stoßen und Stillhalten. Sie gab sich nicht den Anschein, als käme sie, und er war zu durchgefroren und zu verschreckt in dem schmalen angewärmten Stückchen Bett, um sexuelle Courtoisie walten zu lassen. Das Ganze war schließlich ihre Idee. Trotzdem, es hatte eine Herrlichkeit gegeben, ein Vorwärtsrauschen wie von Musik in dem Augenblick, da ihr Nachthemd hochglitt und seinen Händen die geschwungenen Oberflächen ihres Körpers offenbarte, und ihre Schenkel sich ihm öffneten und sie mit sanftem Staunen an seinem Ohr atmete: „Ooh.“ Er brachte kaum die Energie auf, das Präservativ zu entfernen (ein paar von den verdammten Schamhaaren waren eingeklemmt) und es auf den Boden fallen zu lassen, da drehte er sich auch schon um und schlief ein.“ (John Updike, Gott und die Wilmots, Reinbek bei Hamburg 1998, S. 583)

„Janice schnarcht: ein langanhaltender schnarrender Atemzug, unter Wasser eingesogen, irgendwo in der Tiefe, wo ihre Nase zur Harfe wird. Groß wie die Nacht, umfängt ihn unbewußt ihr Hintern, überall in diesem Raum, in dem Tupfer von Straßenlicht, … über die Decke irrlichtern. Er beschließt sie zu ficken, sein steifer Schwanz macht ihn rasend. Außerdem war sie ja so darauf erpicht gewesen, dass er einen hochkriegen sollte. Der Japankäfer, den er weggeschnippt hat, kommt ihm wieder in den Sinn, als Inbegriff der Zerbrechlichkeit. Halt still, Traumfee. Er legt drei Finger auf ihre Hüfte, den kleinen abgespreizt wie bei einem Abzählspiel. Er bewegt sich verstohlen, um sie nicht zu wecken, aber stur verfolgt er sein Ziel, rasch und radikal. Der Höhepunkt lässt ihm die Kopfhaut gefrieren und sein Herz stillstehen, klammheimlich; mit einer derartigen Wucht ist er seit Monaten nicht mehr gekommen. Wer sagt hier, ihm gehe der Saft aus?“ (John Updike, Bessere Verhältnisse, Frankfurt am Main 1985, S. 68)

„Sie entschlüpft ins Badezimmer, und während sie draußen ist, bleibt sein Ständer enorm. Sie kommt wieder und salbt ihn gründlich ein, mit eisiger geübter Hand. Harry erschauert. Thelma legt sich neben ihn und dreht ihm den Rücken zu, dann krümmt sie sich zusammen, als sollte sie aus einer Kanone geschossen werden, und greift nach hinten, um ihn zu führen. `Sanft.` Es scheint, als ginge es nicht, aber plötzlich geht es doch. Der medizinische Geruch verschmierter Vaseline steigt ihm in die Nase. Der Zugriff ist fest an der Wurzel, aber dahinter, wo eine Möse ganz und gar saugende Liebkosung ist, spürt man nichts: eine Leere, ein bloßer schwarzer Behälter, ein Schrein des vollkommenen Nichts. Er ist in diesem Nichts, hinter ihrem engen Muskelring. Er fragt: `Kann ich kommen?` `Ja, bitte.“ Ihre Stimme klingt schwach und gebrochen. Ihr Rückrat und die Schulterblätter sind angespannt. Er brauch nur ein paar Stöße, während er mit der einen Hand ihre Kopfhaut massiert und mit der anderen ihr Hüfte umklammert. Wo wird sein Saft hingehen, wenn er kommt? Nirgendwohin, er wird sich mit ihrer Scheiße vermischen. Mit der süßen Scheiße der süßen Thelma. Sie bleiben schweigend und regungslos beieinander liegen, bis sein langsam schrumpfender Schwanz herausrutscht. „Okay“, sagt er. „Danke. Das werde ich bestimmt nicht vergessen.“ (John Updike, Bessere Verhältnisse, Frankfurt am Main 1985, S. 482)

Beide zusammen

Von Frauen beschrieben

„Ich verschränkte die Beine um seinen Leib, und wir wälzten uns ächzend und stöhnend zwischen den Stämmen, bis sein Mund auf meinem den Schrei erstickte, den ich ausstieß, als ich, wild zuckend in Seligkeit, sein warmes Naß in mich schnellen spürte.“ (Lucille Bondey, Alle Bilder der Lust, Frankfurt a.M. 1989, S. 26)


"Otto bohrte sich in mich und geiferte in übersteigerter Wonne auf meine Wange, während ich keuchend und mit meinem Bauch gegen seinen stoßend ihm den ehebrecherischen Akt in allen Phasen und mit allen meinen dabei empfundenen Lustgefühlen schilderte. Bis ich in einer tosend heranbrausenden Woge des Rausches mich halb erstickte unter Ottos wildwütigem Angriff auf den Rücken wälzte, die hochgeworfenen Beine spreizte und mich wie eine Gelegenheitshure im Auto von meinem eigenen Mann lieben ließ. Dabei weiter krächzte: „Ja so, sooo – so hat auch er mich – er war so dick – so stark…“ Mich heulend entlud und wieder entlud, zahllose Male und endlich Ottos Ladung empfing. Um danach zermalmt und keiner Regung mehr fähig zur Seite zu gleiten. Zum erstenmal nach vielen Jahren vom ehelichen Geschlechtsverkehr befriedigt bis zur Ausgesogenheit …“ (Lucille Bondey, Alle Bilder der Lust, Frankfurt a.M. 1989, S. 142)

"Ich sank mit ihnen zurück, auf den Rücken. Seufzende Küsse rechts, links. Vier Hände überm Kleid, unterm Kleid. Dann kein Kleid mehr, Wäsche von nackter Haut gestreift. Fast unbemerkt auch die Männer ohne. Entblößt zwischen nackte Körper gepresst. Hände begegneten sich auf meinen Brüsten, zwischen meinen Schenkeln … wonniges Keuchen, zwei Spieße in den Fäusten … Zungen lösten sich an meiner spielwütigen Zunge ab. Ich bäumte mich leise heulend in der ersten Erfüllung! Da nahm mich Otto in die arme und hielt mich am Busen, während Sven zwischen meine Beine drängte, mich durchbohrte bis zum Heft. Dumpf aufschreiend ließ ich die Knie zurückschnellen, stemmte mich ihm hüfteschwingend entgegen, die Hände meines Mannes an meinem im Orgasmus zuckenden, schweissnassen Körper, und vergoß Tränen der Seligkeit im Genuß des Ehebruchs, der keiner war, weil unsere Ehe nicht brechen konnte. Diese Bewusstsein steigerte die Wonne zum unsagbaren Glück! Schrankenlose Hingabe vor meinem Mann, atemberaubender Rausch, sich zuchtlos preisgeben zu können vor seinen Augen, unter seinen tastenden Händen … aufgespreizt in heulender Raserei zu empfangen und nicht aufzuhören, weil gleich Otto nachstoßend wieder über mir, während der Jung noch bebend an meiner Schulter verkeuchte … Zweimal der Wechsel … vier vollendete Akte, in denen wir uns erschöpften.“ (Lucille Bondey, Alle Bilder der Lust, Frankfurt a.M. 1989, S. 150f)


"Er kapierte immer noch nicht, stand aber auf und folgte ihr in den Flur, wo er stehen blieb, als er vogelähnliche Schreie aus dem Zimmer seines Vaters hörte. Jenny, die direkt vor der Tür stand, hielt sich die Hände vor den Mund.Die Schrie wurden schriller. Dann ein tiefes, männliches Aufstöhnen, nachdem die Schrei verstummten.“ (Barbara Gowdy, Hilflos, München 2007, S. 204f)


"Ich spürte den Jungen in mir, und einen anderen, zuerst schneidenden und dann warmen Schmerz. Wieviel Zeit verging, weiß ich nicht, aber wir schrien im selben Moment auf, und als ich seinen Kopf an mich zog, presste ich seinen Mund so heftig auf meinen, dass ich Blut schmeckte." (Lorian Hemingway, Die Stimme des Flusses, München 1995, S. 64)

"Er zuckt und stöhnt und zieht sich dann zurück. …. Er schiebt eine Hand in ihre Scheide. Zuerst versucht sie sich zu wehren, aber dann stellt sie fest, dass sie sich nicht bewegen kann. Sie bekommt schreckliche Angst. Sie weiß nicht, war mit ihrem Körper geschieht. Die Anspannung ist quälend. Jetzt hört sie sich selber stöhnen; ein tiefer Laut wie von einem Tier. Und dann plötzlich ein gewaltiges Lustgefühl zwischen ihren Schenkeln, die Beine hinunter und bis in den Kopf hinauf. Sie schreit auf." (Lorian Hemingway, Die Stimme des Flusses, München 1995, S. 66)


"Sie umklammerte seinen Rücken. Beide schwitzten auf dem weißen Laken, und Lily stellte sich selbst im Fenster vor, als sähe sie sich mit seinen Augen, und sie sah sich wieder vor sich, wie sie ihre Shorts herunterzog, und sie biß ihn in den Hals, nicht fest, sondern ganz leicht. Während sie sich liebten, sprach sie stumm mit sich selbst, erzählte sich, was sie gerade machten, und das erregte sie noch mehr, und als sie ihren Orgasmus fühlte, schrie sie auf, aber sie wusste nicht, wie laut, und es war ihr auch egal, und Sekunden später schaute sie ihm ins Gesicht und sah seine Pupillen unter seinen Lidern verschwinden und spürte das schwache Zucken seines Orgasmus und dann das Gewicht seines Körpers auf sich.“ (Siri Hustvedt, Die Verzauberung der Lily Dahl, Reinbek bei Hamburg, 6. Aufl 2004, S. 87f)

„Die Dunkelheit war nahezu komplett, und es war wohl diese anonyme Finsternis, deren sie ebenso dringend bedurfte, wie er ihres Lächelns bedurfte. Ihre Koketterie und ihr schüchternes Schweigen waren einem fiebrigen Hunger gewichen. Daß er weder vorgetäuscht noch künstlich übertrieben war, merkte er, als sie sein Gesicht in ihre langen Hände nahm, die stark und leidenschaftlich zupackten. Er küsste ihren Hals und ihre Brüste, und sie seufzte tief und genussvoll. Die Dunkelheit war wie ein warmer Fluß, der über ihnen zusammenschlug. Sie nennen es den kleinen Tod, dachte er, und dann schmolz die Fähigkeit zu denken in ihm dahin.“ (Ruth Rendell, Den Wolf auf die Schlachtbank, Reinbek bei Hamburg 1991, S. 110f)

Von Männern beschrieben

„ … ich schwimme jetzt in dem dunklen Kanal, den ich erschaffen habe, erhebe ich mich ganz und stürze mich schließlich in sie; zuerst mit langsamen, trägen Stößen, und erst als ich mich in ihr eingerichtet habe, wird mein Rhythmus schneller, bis ich spüre, dass ich ganz und gar in ihr bin. Ihr Gesicht ist abgewandt und ihre Augen sind geschlossen vor der gewaltigen italienischen Glut, die ich gleich in alle Winkel ihres Körpers ergießen werden und dann seufzt sie und streckt sich, ihr Bauch und ihre Geheimnisse erbeben, und sich schreie – ich höre deutlich, wie ich schreie, aber es ist ein eleganter, europäischer Schrei, weit davon entfernt, animalisch zu sein – und keuchend schleudere ich meine Gefühle in sie. Aber dann ist es noch nicht zu Ende; dies ist Elizabeth Taylor, und bei ihr habe ich den längsten Orgasmus meines Lebens; viel, viel länger als die zwanzig Sekunden Sonderleistungen, zu denen ich es bei Sophia gebracht habe; es ist als sei alles in mir auf OFFEN geschaltet, und über eine unglaublich lange, fast erschreckend lange Zeitspanne hinweg komme ich, ja, ich habe das Gefühl, dass ich vielleicht gar nicht mehr aufhören werde zu kommen, weile es diesmal Elizabeth Taylor ist, und meine Hände suche nach ihren gewaltigen Brüsten, und endlich sinke ich schluchzend und schreiend auf ihr nieder.“ (B.N. Berg, Wenn Hollywood träumt… Frankfurt/Berlin 1972 S. 45ff)

„…aber Doris ist anspruchsvoll und anstrengend, und so kehre ich zu ihr zurück, und als sich der letzte Schleier über mich senkt und der Ozean auf beiden Seiten zu rauschen beginnt, denke ich, dass zahllose Männer mich beneiden würden, wenn sie nur eine Ahnung hätten von dem, was ich tat; dass ich sie aber nur bedauern würde, wenn ich wüsste, was sie tun. Es ist sehr seltsam und komplex, und mein Orgasmus ist wie ein riesiger Vogel, den Gewehrkugel von einer Schwinge zur anderen durchlöchert haben und der in der heißen, überschwappenden Stadt im Südwesten vom Himmel fällt und fällt …“ (B.N. Berg, Wenn Hollywood träumt… Frankfurt/Berlin 1972, S. 220f)


„Sie hatte sich auf den Tisch gesetzt, die Beine weit auseinander und stützte sich mit einer Hand nach hinten ab. Die andere hatte es eilig. Ich auch. Ich kam zu früh. Meinen Samen in der hohlen Hand sah ich zu, wie sie die Füße auf die Tischplatte stellte, den Hintern hob und gegen die Bewegung ihrer Hand kreisen ließ. Dann kam sie auch, ich sah es am Zucken und der sich auflösenden Koordination ihrer Bewegungen. Sie legte sich nach hinten über den Tisch, so dass ich nur noch ihre jetzt wieder herabhängenden Beine und dazwischen die sich immer weniger und ruhiger bewegende Hand sah. Ich ging ins Bad.“ (Thommie Beyer Das Aquarium, München 2003, S. 290)

„Wir standen nebeneinander, aus dem Wasser ragten unsere Schultern und Köpfe, und wer zu uns hersah, hätte meinen können, wir unterhalten uns. Aber wir hatten die Arme gekreuzt und sprachen kein Wort. Ich glaube, wir kamen gleichzeitig. Ich spürte wieder diese Spannung in ihr, und dann wurde ihr Gesicht weich. Sie schloß die Augen und entließ ein langgezogenes, leises, gegen Ende stotterndes Stöhnen. Es kam aus tiefstem Innern. (Thommie Beyer Das Aquarium, München 2003, S. 33f)


"Größer und größer wurde mein erstaunliches Organ, und bei Gott, es wuchs weiter, bis es meinen ganzen Körper ausmachte, ihn gewissermaßen verschlungen hatte. Ich war jetzt nur noch ein einziger gigantischer aufrechter Penis, über zwei Meter groß und so schön wie nur irgendeiner. … Einen Augenblick später waren wir beide Millionen Meilen fort im Weltenraum und flogen in einem Regen von Meteoriten, ganz rot und golden, durch das Universum. Ich ritt sie ohne Sattel, beugte mich vor und umklammerte sie fest mit meinen Schenkeln. „Schneller!“ rief ich, ihr lange Sporen in die Flanken jagend. „Schneller!“ Schneller und immer schneller flog sie, sauste und wirbelte am Himmelsrand entlang. Ihre Mähne glänzte in der Sonne, uns aus ihrem Schwanz stob der Schnee. Das Machtgefühl, das ich empfand, war überwältigend. Ich war unbesiegbar, erhaben. Ich war der Herr des Universums, zerstreute die Planeten in alle vier Winde, fing die Sterne mit der Hand ein und schleuderte sie fort, als wären sie Tischtennisbälle. Oh, Ekstase und Verzückung! Oh, Jericho und Tyrus und Sidon! Die Mauern stürzten ein, und das Firmament löste sich auf, und aus dem Rauch und dem Feuer der Explosion stieg langsam wieder der Salon im Waldorf in mein Bewusstsein auf wie ein grauer Regentag. Das Zimmer glich einem Schlachtfeld.“ (Roald Dahl, Kuschelmuschel. Vier erotische Überraschungen, Stuttgart Hamburg München 1975, darin Bitch, S. 187 – S. 238, S. 236f)

"Sie schloß fest die Augen, und als sie sie wieder öffnete, war ihr Blick weit in die Ferne gerichtet. „Jetzt Frank… bitte!“ schrie sie. Sie fasste mir zwischen die Beine und ließ mich in sie gleiten, während sie ihre Beine um meinen Hintern schlang. Als ich in sie eindrang, stöhnte sie, zog mich an sich und presste ihre Lippen auf die meinen. Sie schob mir ihre Zunge in den Mund, und ich knetete ihren Po. Ihre Beine schlossen sich eng um mich, und wir gerieten in Fahrt, zunächst noch ganz langsam, dann steigerten wir uns, ritten im Galopp, immer schneller, zu neuen Ufern. Es war um mich geschehen. Ihre Lippen berührten mein Ohr, ermutigten mich, fortzufahren, aber ich verstand nicht, was sie sagte. Sie war wie besessen, machte mir fast angst. Dann begann sie zu stöhnen, ein tiefes, erregtes Geräusch, das in einem Klagelaut endete. Ihr Rücken bog sich und hob mich mit sich hoch. Dann hörte ich mein eigenes Stöhnen, als ich in ihr kam, und wir fielen beide erschöpft auf die Matratze zurück.“ (Stephen Horn, Bis zum Beweis der Unschuld, München, 2. Aufl. 2005, S. 168)


„Dann begann sie zu stöhnen, und ich spürte nicht mehr ihre Finger in meinem Nacken, sondern ihre Fingernägel, die sich hineingruben, und als sie begann, die Hüften in kurzen, harten Stößen gegen mich zu bewegen, konnte ich nicht mehr langsam machen, und dann kamen die Platters im Radio, die Platters sangen „Twilight Time“, und sie begann zu stöhnen, dass sie nicht gewusst hatte, dass sie keine Ahnung gehabt hatte, o Gott, o Pete, o Gott, o Jesus, Jesus Christus, Pete, und ihre Lippen waren überall an meinem Mund und meinem Kinn und meinem Unterkiefer, sie bedeckte mich mit wilden, leidenschaftlichen Küssen. Ich hörte den Sitz knarren, ich roch Zigarettenrauch und den Kiefernnadelduftspender, der am Rückspiegel hing, und inzwischen stöhnte ich ebenfalls, ich weiß nicht, was, die Platter sangen „Each day I pray for evening just to be with you“, und dann ging es los. Die Pumpe schaltet sich voll auf Ekstase ein. Ich schloß die Augen, ich hielt Carol mit geschlossenen Augen fest und drang so in sie ein, so, wie man´s macht, am ganzen Körper zitternd, hörte meine Schuhabsätze ein spastisches Signal gegen die Fahrertür trommeln, dachte, dass ich das tun könnte, selbst wenn ich jetzt stürbe, selbst wenn ich jetzt stürbe, selbst wenn ich jetzt stürbe; dachte auch, dass das Informationen waren. Die Pumpe schaltet voll auf Ekstase ein, die Karten fallen, wo sie fallen, die Welt bleibt nicht eine Sekunde lang stehen, die Dame versteckt sich, die Dame wird gefunden, und das waren alles Informationen.“ (Stephen King, Altantis, S. 382f 3. Aufl. 1999 München)


„Das Bett begann zu knarren, weil der Onkel wütend stieß, die Mutter hatte ihn eingeklammert, die arme um ihn gelegt. Was taten sie nur! Wenn der Pfarrherr! Wie ich sie nun heftig und heftiger Schnaufen hörte, da begann ich zu ahnen, weswegen sie aufeinanderlagen. Natürlich, der Onkel war im Loch der Mutter, und er tat nun dasselbe, wie wenn ich mich am Zieler rieb, deswegen atmete er auch so heftig. Aber wenn nun der weiße Saft! Der flösse ja dann in das Loch der Mutter, wollte sie dies haben! Da bäumte sich der Onkel auf, schnaufte laut und gruchste, zuckte am ganzen Körper, und ich wusste, dass er nun den weißen Saft entließ, in die Mutter fließen ließ. Sie hatte nichts gesagt, hatte ihn nicht weggestoßen, nein sie streichelte ihm über den Rücken und atmete selber laut. Und der Onkel bewegte sich noch einige Male, und da plötzlich stöhnte die Mutter auf, packte ihn heftig, grub ihre Finger in seinen Rücken, krazte ihn und schnaufte sehr laut, zuckte. Das war mir unerklärlich.“ (Marcel Konrad, Stoppelfelder, FFM 1987, S. 407)

"Sie wird sich auf das breite Bett legen, schön weich, sie wird die Beine in zwei Richtungen dehnen, sie wird lachen und sich freuen. Denn ich werde sie sehen, dann ziehe auch ich meine Kleider aus und werde mich auf sie legen, das ist weich und warm und lieb. Ich werde sie nicht gezwungen haben, ich werde ihr nicht aufgelauert haben, nein, sie wird sich selber hingelegt und gelächelt haben. Jetzt wird es schön sein, und wir küssen uns auch. Ich werde fließen und sie wird lachen und zucken.“ (Marcel Konrad, Stoppelfelder, FFM 1987, S. 22)

„Dann aber war er über sich selbst erstaunt: er bewegte sich auf ihr, als schaukelte er auf den Wogen der Güte. Er fühlte sich glücklich, fühlte sich wohl. Seine Seele identifizierte sich demütig mit der Tätigkeit seines Körpers, als sei der Liebesakt nur der körperliche Ausdruck einer gütigen Liebe, eines reinen Gefühls für den Nächsten. Nichts mehr bildete ein Hindernis, nichts mehr klang falsch. Sie hielten sich eng umschlungen, und ihr Atem war eins. Es waren schöne und lange Minuten, und dann flüsterte Olga ihm ein laszives Wort ins Ohr. Sie flüsterte es einmal, noch einmal und noch einmal, selber erregt durch dieses Wort. Und da barsten die Wellen der Güte auf einen Schlag auseinander, und Jakub fand sich mit dem Mädchen mitten in einer Wüste.“ (Milan Kundera, Abschiedswalzer, Frankfurt a.M. 1991, S. 187)


„Ich hätte schon fast kommen können, als sie John Thursday in den Mund nahm … ich habe es zurückgehalten, weil ich möchte, dass sie bereit ist zu kommen, wenn sie all den Samen im Mund spürt. Ich warte, bis sich sicher bin, dass sie am äußersten Punkt ist, bis sie versucht, mich unter ihren Schenkeln zu begraben und mich mit ihrem Saft zu ertränken … sie hat eine Hummel im Arsch und Feuer im Bauch, und selbst wenn Sam jetzt hereinkäme, könnte sie nicht aufhören. Dann, als sie soweit ist, lasse ich John Thursday seinen Willen. Einen kurzen Moment lang steht alles still. Ann scheint der Panik nahe zu sein … sie kann nicht glauben, dass sie mir wirklich einen geblasen hat, und es ist ein toller Schock für sie. Immer noch spritzt Samen in ihren Mund, und sie weiß nicht, was sie damit anfangen soll. Ich schreie sie an, sie soll es hinunterschlucken, drohe, ihre Fotze nicht weiter zu lecken, wenn sie es nicht tut. Ich fahre mit meiner Zunge an der Innenseite dieser buschigen Spitzen entlang, und dann entschließt sich plötzlich. Runter mit der ganzen Dosis, alles auf einmal, und immer noch lutscht sie mein Ding. Ich drücke meinen Mund wieder auf ihre Fotze, und sie kommt auch … sie verliert literweise Saft…“ (Henry Miller, Opus Pistorum, Reinbek bei Hamburg 1986, S. 255f)


„Aber dann gab es kleine Abenteuer: auf irgendeine Weise war seine Brille auf Martas Knie geraten, und aus Gewohnheit setzte er sie sich auf; es kam zu einem kleinen Zusammenstoß zwischen ihm und ihrem Kleide, bis es sich herausstelle, dass man es einfach über den Kopf ziehen konnte; seine rechte Socke hatte ein Loch, aus dem der Nagel des großen Zehs herausschaute; und das Kissen hätte reiner sein können… Das Bett fing leise knarrend an zu schwimmen wie nachts im Schlafwagen. `Du…, flüsterte Marta. Sie lag auf dem Rücken und sah zur Decke hinauf, die zu rennen begann.“ (Vladimir Nabokov: König Dame Bube, Reinbek bei Hamburg 1959/1988, S. 67f)


„Walker kniete sich in und zog sie an sich. Er küsste sie, und sie küsste ihn wieder. Für Krista war es immer ein Akt besonderer Tapferkeit gewesen oder das Ergebnis eines vorsätzlichen Besäufnisses, wenn sie, egal in welcher Situation, mit einem Mann zusammen war. Bei Walker war es anders. Natürlich hätte der Gedanke sie gequält, wie es sein würde, sich vor ihm auszuziehen – ein eine Hüfte eingedellt, wo sie rund sein sollte, das rechte Bein leicht verkümmert, Narbengewebe quer über dem Gesäß, endlose Nähte, die Beine entlang, wie die Zeichen eines Initiationsrituals irgendeines obskuren Stammes. Doch sie hatte sich unnötig gequält. Er war einfach da, mit seinen dunklen Augen, seinem sehnigen Körper. Er strich über sie hinweg, war überall zugleich, war wie ein plötzlicher Sturm. Sie fielen in die Dunkelheit, waren blind, mit drängender Zärtlichkeit flogen seine Hände über ihren Körper, er kam zu ihr, und sie war ganz und gar die Königin der Liebe und der Leidenschaft.“ (James W. Nichol, Ausgesetzt, München 2005, S. 328f)


„Martin hatte nicht viel Erfahrung in der Liebe. Es hatte einmal in der London School of Economics ein Mädchen gegeben, eins, das er auf einer Party bei den Vowchurchs kennengelernt hatte, und später dann einmal eins, das ihn am Strand von Sitges aufgekabelt hatte … Gewiß, es hatte auch noch andere Mädchen gegeben, aber nur mit diesen dreien war es tatsächlich zu einer sexuellen Beziehung gekommen. Und er hatte es, so gestand er sich selbst – aber nur sich selbst – ein, ziemlich enttäuschend gefunden. Irgend etwas hatte gefehlt; irgendeine Erwartung, die sich aus Büchern, aus Schauspielen oder aus anderer Leute Erfahrung in ihm gebildet hatte, war unerfüllt geblieben. Es musste doch einfach mehr daran sein als nur eine blinde, gedankenlose Begierde am Anfang und dann im nachhinein nichts als das gleiche Gefühl der Erleichterung, das einem auch ein Niesen verschafft oder ein Schluck kalten Wassers auf eine durstige Kehle. (Ruth Rendell, See der Dunkelheit, München 2001, S. 52f)


"Ich muß mich immer häufiger zusammenreißen, denn bevor ich komme, will ich ihr auch was Gutes tun. Ficken ist nicht drin, also muß es mein Mittelfinger bringen. Und er bringt´s. Das Mädchen kommt deutlich auf Touren, dreht ihren Kopf und küsst mich wild. Im selben Moment sehe ich, wie ihre Freundin rüberschielt und merkt, was los ist. Sie schaut an uns herunter und ist voll im Bilde. Mir ist´s egal. Ich küsse und streichle und lasse mich reiben und höre das Finale von War Pigs und das keuchende „Jetzt!“ in meinem Ohr und lasse alle Zügel schießen und schieße…" (Frank Rottke, Kaputt im Kohlenpott, S. 95, Dortmund 1985)

„Sie näherte sich mir vom Bett aus, auf das sie sich geworfen hatte, mit ihrem Mund, in dem ich einen Zhan sah, der durch beine billige Plombe ganz blau war, wie ein Tier, das völlig von ihr selbst verschieden war. Ihre Zunge hatte kaum mein Glied erreicht, das sie fest gepackt hielt, als ihr auch schon das Sperma in die Augen spritzte. Ich hatte kaum gemerkt, was da eigentlich passierte. Nun gut, das war auch nicht mehr wert als ein Traum. (Albert de Routisie, Irène, Frankfurt am Main 1984, S. 43)

"Alles an Lori war neu. Ihre exotischen, kreuz und quer laufenden Sonnenstreifen, die Sommersprossen auf der einen Schulter, die warme Süße zwischen ihren Beinen. Der Duft ihrer Haut, der Klang ihres Seufzens und Stöhnens und ihrer Schreie an meinem Ohr, das Gefühl ihrer Finger in meinem Haar. Wir waren beide voller Sand. Als ich kam, schien es kein Ende zu nehmen, schien nur jenseits der Wahrnehmung abzuflachen. Als ich wegrollte, sagte sie:“ Jetzt. Faß mich hier an.“ Sie führte meine Hand zwischen ihre Beine in die dicke heiße Flüssigkeit, zeigte mir, was ich tun sollte. Sie drückte sich an mich, ein kurzes krampfhaftes Rollen der Hüften, ihr ganzer Körper in das Bemühen eingebunden. Ich beugte mich über sie, küsste sie, und als sie schließlich kam, fühlte ich es auch, durch meine Hand, durch ihren Mund an meinem, als träte eine Art Geist aus ihrem Körper, und ich blieb unverändert zurück, als er mich durchdrungen hatte.“ (Lewis Shiner, Schattenklänge,München 1996, S. 255)

"Ich war schon wach, als es klingelte, und noch einmal liebten wir uns in diesem zerbrechlichen, schlaftrunkenen Dunkel vor dem Morgengrauen. Als ich kam, hatte sie beide Hände in meinen Haaren, und wir starrten einander in die Augen, beide wissend, dass es das letzte Mal sein konnte, und als ich spürte, wie es begann, als würde etwas in der Mitte meines Körpers reißen, der Anfang vom Ende, riß sich auch alles andere los, und wieder weinte ich, genau wie sie. Ich sah eine meiner Tränen fett und heiß auf ihren Nasenhügel fallen, und ich beugte mich vor, um sie fortzuküssen. Dann schob ich meine Hand zwischen uns und brachte sie langsam zum Höhepunkt, während ich noch in ihr und auf ihr war, ihr noch immer in die Augen sah, bis sie sie in einem langen Beben schloß, was eine Flut von Tränen aus ihren Augenwinkeln trieb." (Lewis Shiner, Schattenklänge,München 1996, S. 259)


„Im Bett, möglicherweise erregt ihn der Regen, will er unbedingt mit Janice schlafen, obwohl sie anfänglich unwillig reagiert. „Dann hätte ich gebadet“, sagt sie, aber sie riecht großartig, satter Dschungelgeruch von köstlich moderndem Mulch, je tiefer er im Farn versinkt. Als er nicht aufhören will, wild darauf, sein Gesicht in dieser Substanz zu vergraben, lässt sie sich anstecken von der kalten Wut, und sie kommt kämpferisch, bäumt ihr Becken hoch und reibt ihre Klitoris an seinem Gesicht und lässt ihn dann auf ihr, in ihrer Möse, zum Schluß kommen. Ermattet und willenlos hingestreckt lausch er wieder dem Regengeräusch, das hin und wieder zu einem beschleunigten metallischen Rhythmus auf dem Fensterglas anschwillt, rascher als das Pochen in dem Eisengully, wo Stränge von Wasser strudeln.“ (John Updike, Bessere Verhältnisse, Frankfurt am Main 1985, S 147)

„Gereizt stößt er sich von unten in sie hinein, und gleichzeitig presst er ihr seine Hand unters Kinn und drückt ihr Gesicht hoch und seine Finger schieben sich in ihren Mund, und ihre feuchte Kehle spannt sich. Und als nehme ihr seine Erbitterung die Kraft, sich aufrecht zu halten, wankt sie, wälzt sich mit ihm herum, und er liegt wieder über ihr; ihre Brust klebt an der seinen, ihr Atem geht keuchend. Plötzlich springen ihre Schenkel weit auf und umklammern seine Flanken und springen abermals auf, so weit, dass er erschrickt und meint, sie will, unmöglich, sie will ihr Inneres nach außen kehren; ihre Muskeln und Lippen und Knochen unter ihm pressen sich gegen seinen Leib wie ein neuartiges anatomisches System, wie das eines fremden Lebewesens. Sie wird durchsichtig für ihn, er sieht ihr Herz. Sie entläßt ihn, erschlafft, und aus den Furchen ihres Ermattens wachsen seine Liebe und sein stolz empor. Sie ist also zuerst gekommen und wartet nun auf ihn, und in einem zitternden Übermaß von Zärtlichkeit zieht er mit seinem Daumen wieder und wieder den Schwung ihrer Augenbraue nach. Sein Samenstrom schwillt und ergießt sich in einen stillen Kanal. Bei jedem Schauer lächelt ihr Mund in den seinen, und ihre Beine, die noch immer auf seinem Rücken liegen, drücken ihn nieder.“ (John Updike, Hasenherz, Reinbek bei Hamburg 1976, S. 76)

„… dann drängt das Aufflammen ihrer Sinne ihn ins Dunkel, und das tosende Brausen ihres Blutes bringt ihn zum Schweigen. Harry ist unsicher; er fürchtet sich bei dieser Ungekannten vor mangelhafter Synchronisierung, doch sie übernimmt die Führung und sagt: `Noch nicht.` Dann tut sie, ihn in sich, etwas kaum Wahrnehmbares: sie lockert und spannt ihren Scheidenmuskel, bis sie hervorstößt: `Jetzt.` Sie kommt einen Pulsschlag vor ihm: ein unverblümt praller Orgasmus, und jetzt haut er rein, ohne Furcht, ihr weh zu tun: ein Fick, bar jeglicher Verlorenheit. Dann schleicht sich postkoitale Peinlichkeit ein- zurückkehrendes Unterscheidungsvermögen, das Wiederauftauchen des Partners aus dem Wirrwarr, das Lösen der verschränkten Glieder und die Frage, wem das Lob gebührt. Er verbirgt sein Gesicht in der warmen Höhlung zwischen Hals und Schulter. Ìch danke dir.`“ (John Updike, Unter dem Astronautenmond, Reinbek 1973, 1978, S. 310)


„Im Zusammensein mit Bea jetzt hatte er eine Schanze aus Schuld errichtet und sich beruhigt in den friedlichen Pfuhl ihres Körpers und Bettes fallen lassen. Weit weg, unberührt vom Lärm der Schulkinder, die sich auf dem Heimweg in der Dämmerung Schneeballschlachten lieferten, saugte Bea an seinen Findern, und ihr unterer Mund wurde so weit, dass Piet ganz in ihm unterging, und er erlebte den Orgasmus auf eine sonderbare Weise: eine Osmose, bei der es keinen Höhepunkt gab, ein Verebben des Lichts über den schneebedeckten Dächern. Der Tod hatte seinen Schrecken verloren.“ (John Updike Ehepaare, Reinbek bei Hamburg 1972, S. 358)


„Kannst du kommen?“ fragte er. 

„Ich glaube nicht. Es stürmt zuviel auf mich ein.“ „Darf ich dann?“ Sie nickte steif, und mit ein paar sorglosen, unbeschwerten, kräftigen Stößen war er da; er musste sich festhalten, denn sie zitterte so irritierend heftig, als er sich in sie ergoß, dass er anfänglich dachte, auch sie sei gekommen. Er ließ seine Lust wie auf einem Hackbrett klaftertief in ihrem weichen Mechanismus zurück Sie sah ihn an, und in ihren Augen spiegelte sich das Rechteck des Oberlichts?“ „so schnell?“ „Ich weiß, ich bin ein lausiger Liebhaber. Ich muß gehen.“ (John Updike Ehepaare, Reinbek bei Hamburg 1972, S. 356)

„Oben ging er dann, Gefangener seiner Lüge, statt in das beleuchtete Badezimmer in das atmende Dunkel, das seine schlafenden Töchter umgab. Von unten drangen, abwechselnd oder zusammenklingend, die Stimmen Angelas und Beas heraus. Seine Frau und seine Geliebte. Bea hatte ihn im Bett hingerissen mit ihrer zuckerkörnigen Haus, ihren kalten Fußsohlen, ihrer Vagina, die ihn naß und eng umschloß: eine täuschende Enge, die sich zu einer Weite öffnete, wo sein Same schwer und pulsend im Unendlichen Versank. Die geschwollenen Lider geschlossen, saugte sie blind an seinen Fingern, und er drang ein zweites Mal in sie ein. Ihm war, als schwebe sie über ihrem Bett, getragen von einer Seligkeit, die von seinem Kommen und Gehen kaum berührt wurde; und so stellte Bea eine Herausforderung für ihn da. Endlich gestand sie, dass er ihr weh tue, und zum Dank hakte sie ihm einen Finger von hinten um die Ohrmuschel. Sie war die kleinste von all seinen Frauen, die passivste und während dieser trauervollen Agonien weiter als alle anderen der Sprache und jeglicher Frage entrückt. Sie hatte ihm das Gefühl gegeben, als sie er selber eine allumfassende Antwort. Als sie schließlich einsahen, dass er gehen müsse, wickelte sie sich rasch in ihren Bademantel,…“

(John Updike Ehepaare, Reinbek bei Hamburg 1972, S. 351)

„Piet suchte die Andromeda nach dem kaum wahrnehmbaren Lichtstreifen ab, von dem Angela ihm einst gesagt hatte, er bilde eine ganze Milchstraße, zwei Millionen Lichtjahre weit entfernt. Onyx-Ozeane hatte sein Licht durchmessen, bevor es zu ihm drang. Entsprechend würde Piets Blick – und alsbald auch sein Tod – emporsteigen in immerwährender gerader Linie. Schwindel packte ihn. Umringt von dieser unerforschlichen leuchtenden Vielzahl, fühlte er sich ein einem gigantischen Rutschen begriffen, und aufwärts sinkend, hielt er sich mit den Augen an der schattenhaften Erde fest. Die Blätter eines geknickten Fliederzweigs, tot, unfähig, sich von ihren Stielen zu lösen und abzufallen, hingen reglos im Licht des Fensters. Er dachte an Foxy: ein Dunst, ein Flaum, eine Erinnerung an pudrige Achselhöhlen, Lippen erst trocken, dann feucht, das weiche pelzige Tal unten an ihrem Rücken, aus dem seine Daumen den Schmerz wegmassierten, der von der Bürde eines Kindes kam, ihre korallenen Brustwarzen, steil vom Spiel seiner Fingernägel, ihr verschleierter und doch wachsamer Blick. Sie verlor alle Struktur, war schutzlos dem klagenden Drängen seines Samens preisgegeben. Ich missbrauche dich. 

Nein Hör nicht auf. Ich möchte komme.

Ja, komm. Ich kann diesmal nicht. Komm, Piet.
Wirklich? Du magst es? Sie nickte stumm, mit vollem Mund. Ihre Zunge streichelte ihn flatternd, bis er siedete; ihr Hand half nach. Oh, ist das gut. Schluck mich. Sie schluckte ihn.
   Die Blätter des geknickten Fliederzweigs, tot, unfähig, sich von ihren Stilen zu lösen und abzufallen, hingen relose im Licht des Fensters. Angela hinter der Glasscheibe blätterte gelassen eine Seite um. Die strahlende Kuppel über seinem quadratischen Garten schien zersplittert wie nach einer ungestümen Flucht. Gib mir nun die, durch die Du mich verlassen hast.

In dieser Nacht schlief Piet sofort ein, aber er wachte früh wieder auf, Stunden vor Tag, und fühlte sich betrogen, weil er nicht hatte träumen können.“ (John Updike Ehepaare, Reinbek bei Hamburg 1972, S. 289f)

„sein Leben verschwamm, tastete sich von einem dieser strahlenden Augenblicke zum nächsten, da sie einander hastig die Kleider abstreiften und sie sich neben ihn legte mit schimmerndem, gestrecktem Bauch, und er zu einer weit offenen Linse wurde und sich auf ihren Hängen verlor wie ein geblendeter Skiläufer. Der Juli war ihr fünfter Monat; sie musste ihrem Zustand Rechnung tragen und entsprechende Positionen einnehmen. Weil das Bücken ihr beschwerlich war, rutschte sie immer ans Fußende, um ihn zu küssen. Tust du das wirklich gern?

Ich mag es Schmeckst du etwas dabei? Es schmeckt gut. Salzig und streng. Und ein bisschen bitter, wie Zitrone. Ich habe Angst, dass ich dich missbrauche. Nein, nein. Tu es nur. Sie kam nie. Wie glücklich sie auch war, wenn er zu ihr kam, und wie viel Kunst er auch aufwandte, ihren Körper vorzubereiten und zu formen mit Händen und Zunge – am Ende gingen sie getrennte Wege. Komm zu mir Bist du soweit? Ich will dich in mir haben. Er spürte, wie die Melodie in ihr abriß. Ihre Fotze war jung, eng. Erbitterung schwemmte ihn vorwärts, bis an den Rand, und während sie wimmerte, ergoß er sich, und seufzend ließ sie ab von ihm. Aber indem sie ihm verzieh und er ihr, indem sie sich die Schuld gab und er das nicht zuließ und sie die Schuld gemeinsam auf sich nahmen, übte sie ihre Liebe und wurde größer. (John Updike Ehepaare, Reinbek bei Hamburg 1972, S. 216 (289f)


„-…Ahh … du geiler Fick… japst er, spritzt seine Ladung in mich, rutscht von mir runter und fällt in tiefen Schlaf. Geiler Fick. So nennt er mich, mich, die ich wie ein Stück totes Fleisch unter ihm liege und mich ans Bettzeug klammere. Geiler Fick (…)Sein giftiges Sperma ist in mir und versucht sich zu einer Eizelle durchzukämpfen. Dem Himmel sei gedankt für die kleinen Pillen. Ich ertaste meine Klitoris und reibe hingebungsvoll, während ich von meinem geheimnisvollen Liebhaber träume. Es geschieht. Während Hugh schläft, geschieht es. Ich werde Geiler Fick.“ (Irvine Welsh, Ecstacy, Köln 1997, S. 69f)

Onanie

Männlich

„Ein paar Jungen wussten nicht, wie man onaniert, und bekamen es gezeigt. Bevor wir aber begannen, gab es eine kleine Zeremonie, bei der wir einander an den Schwänzen berührten. Keiner auf der Lichtung war voll entwickelt. Die stillschweigende und natürliche Folge des Fehlens jeder Rohheit war eine merkwürdige Art von stummer und bescheidener Zärtlichkeit. Dann wurde der Kreis aufs neue gebildet – dort auf der stillen Lichtung-, und wir alle begannen, rhythmisch zu pumpen: vielleicht war es eine Reiben an Aladins Wunderlampe; vielleicht sind wir da an der Schwelle zum Reich der Magie und des Todes. Die Lichtung war schattig und roch nach Essig - sie roch auch nach Erde. Einige der Jungen spritzen ab – es kamen ein oder zwei Tröpfchen. Dann wischten wir uns mit Blättern und einem Papiertaschentuch ab, das ein Junge in Stücke riß." (Brodkey, Unschuld, Reinbek bei Hamburg 2. Aufl., 1993, darin: Pubertät,S. 441 – 456, S. 455f)

"… merkte plötzlich, dass ich nunmehr mit beiden Händen den Pisser umschlossen hielt, und diesen fühlte ich hart und dick und zäh. Er bebte und zuckte, ich glaube, er glühte mehr noch als mein Kopf. Irgendwo ergriff mich die Angst, zeigte mir der steinerne Stab doch nichts anderes, als dass die Krankheit noch immer in mir tobte, ja es schien mir, als tobte sie diesmal noch viel heftiger als je zuvor, denn so sehr gezuckt, so steinighart und so glühend wie tausend sonnen, es war schon zum verzweifeln. Überall hockte die Angst, und doch belustigte mich das Gezucke irgendwo, drückte ich ihn heftig, oder rieb ich gar daran, so, ich konnte es nicht leugnen, so war dies nicht unangenehm, und schön, trotz der Krankheit, es fühlte sich kribblig, fast wie ein Kitzeln. Deswegen presste und rieb ich ihn immer wieder, das Spiel gefiel mir, und schließlich bereitete mir dies großen Spaß. Ich lachte vor mich in, schnaufte wie unser Pferd im trab. Doch meine Güte, plötzlich zuckte er auf, zuckte und zuckte, und es war mir, als kröche eine kicke Raupe auf tausend kribbligen Beinen durch ihn hindurch, stoßweise und gleichzeitig zog es mir alle Gedärme zusammen, den ganzen Bauchinhalt, ja den ganzen Körper, auch wieder stoßweise bog sich der After nach innen, und irgendwann einmal, mit verdrehten Augen, entdeckte ich, zu meinem jähen Schrecken, dass dem zuckenden Schnabel der weiße Schleim entkroch, jedes Mal wieder neu, wenn es mich an einen Punkt zusammenziehen wollte, es spritzte, rieselte das Rohr hinunter und sickerte in das wenige schwarze Haar. Vor Schrecken und Aufregung, Staunen, und einfach weil mir die Luft aus allen Löchern zu entfliehen drohte, atmete ich heftig auf, stöhnte. Etliche Male krampfte es mich, dann ließ es allmählich nach, all das Gezucke, das Gekribbel der tausend Raupenbeinchen, das Zusammenziehen, alles ließ nun nach, auch das Schnaufen, auch der weiße schleim blieb aus.“ (Marcel Konrad, Stoppelfelder, FFM 1987, S. 217f)

„Er ergriff seinen Großen und rieb daran, zittrig auf und ab, schaute mich aber mit stieren, gequollenen Augen an, flüsterte: „Hilf mir, mein Sohn, hilf mir standhaft zu sein, sieh, ich darf nicht erliegen!“ Ich stand vor ihm und wusste nicht, wie ich ihm hätte helfen sollen, standhaft zu sein. Er tat dasselbe, was ich jeweils getan hatte, nun gut, so besaß er wohl dieselbe Krankheit, wie ich sie besaß: wie hätte ich ihm denn da helfen können? „Nein, nein, keusch sein und keusch bleiben! Rief er da plötzlich, aber ebenso plötzlich zischte er: „Dreh dich weg! Schnell, dreh dich weg, du sollst dich wegdrehen, sieh weg!“ Erschrocken drehte ich mich von ihm ab und schaute in die Felder hinaus. Aber in meinem Rücken hörte ich ihn heftig atmen, und immer wieder hauchte er: „Nein nein, nicht erliegen, nicht doch, nein, ach Gott, schwer schwer!“, dann ein Geraschel.“ (Marcel Konrad, Stoppelfelder, FFM 1987, S. 318)


„Abends, wenn er sich in seinem kahlen Zimmer schlafen legte und die warmen Laken ihn umgaben, dachte er an ihren Körper – die feuchten Haarnester neben ihrem Hals, der Tau, mit dem ihre Haut sich bedeckte, wenn sie sich gewissenhaft und ernst darauf konzentrierte, wie sie ihn berühren sollte an der Stelle, wo alle Glücksempfindungen, deren er fähig war, in einer zarten Spitze zusammengelaufen waren, so dass er wimmerte und kam, damals dort auf dem Plüschsofa und jetzt hier in dem schmalen Bett in New York.“ (John Updike, Gott und die Wilmots, Reinbek bei Hamburg 1998, S. 295f)

„Verlorene Tage, hinten in seinem Gehirn vergraben, tief drinnen, graue Zellen, von denen, wie er irgendwo gelesen hat, täglich Millionen absterben – und sein leben mitnehmen ins Dunkel, sein einziges legen, Trillionen elektrischer Bits angeblich, daneben nimmt sich der größte Computer erbärmlich aus: nachdem er diese Sphäre wiedergefunden und wieder betreten hat, stellt er fest, dass sein Pimmel steif geblieben und noch steifer geworden ist, fortgesetzt dieser Prozeß da unten, kleine Blutgefäße, die darauf warten, dass der richtige Gehirnabschnitt wieder in Gang kommt. Linkshändig, auf dem Rücken liegend, um Janice nicht zu stören, masturbiert er und denkt an Ruth. Ihr Zimmer in der Summer Street. Die erste Nacht, nachdem er weggelaufen war, das ganze makabre Spektakel mit dem toten Tothero, und dann die Intimität dieses Zimmers. Diese Insel, ihre vier Wände, ihr Zimmer. Ich dicker weißer Körper, aus den Kleidern geschält, und wie sie sich über seine Jockey-Unterhosen lustig machte. Ihre Arme erschienen ihm dünn, so dünn, und zogen ihn hinab und erhoben sich über ihm, ein einziger langer Unterleib aufrecht im Licht. He. He. Du siehst schön aus. Komm. Tu was. Er bäumt sich auf und kommt, die Zimmerdecke dicht über ihm, sein gekrümmter Körper fühlt sich an, als sei er auf eine Kugel gebunden, die wächst und wächst, während sein Sperma ruckweise gegen das Laken spritzt. Heftiger, als wenn man ins Dunkle hinunterpumpt. Seltsames Verhalten für einen alten Knaben. Verstohlen rutsch er aus dem Bett und tastet nach einem alten Taschentuch in der Schublade, er will nicht, dass das Scharren Janice oder Ma Springer oder diese Pru aufweckt, lauter Fotzen um ihn herum. Wieder im Bett, nachdem er sein Bestes getan hat, obwohl es immer wieder verrückt ist, wo das Nasse überall landet, vielleicht kommt es nicht dann, wenn man es spürt, legt er sich zum Schlafen zurecht und denkt an seine Tochter, ihr blasses rundes Gesicht, das in einem milchige heiter-gelassenen Gemüt zu schwimmen schien. Eine Stimme zischt Hassy.“ (John Updike, Bessere Verhältnisse, Frankfurt am Main 1985, S. 222f.)

„Sein Schwanz ist fleischig und dick geädert; er hängt schwer herunter, hebt sich jedoch unter Mims geschickten, erfahrenen Händen unaufhaltsam; er hört das Verstummen ihrer munteren Stimmen; er sieht Nachmittagwolken die sepiafarbenen Gesichter der griechischen Verwandten auf den Spitzendeckentischchen trüben; er sieht Mims rattenpelzige Vagina … den prallen Schwanz des Mannes mit dem an der Unterseite entlanglaufenden Muskelstrang verschlingen, sieht ihre gierigen, ringlosen Finger seien Hodensack hochdrücken, noch höher, hinein in ihre gefräßig klaffende Möse; und Rabbit kommt. Als Knabe empfand er das als eine Art Raumflug, ein unaufhaltsames, gewichtsloses Dahinschießen, bis über seinen Kopf hinweg, doch jetzt ist es eine erdgebundene Befreiung, wie von Wut, eine Folge von erstickten Schreien, hinein ins zuverlässige Bettlaken, Steine gegen ein bretterverschaltes Fenster prallen. „ (John Updike, Unter dem Astronautenmond, Reinbek 1973, 1978, S. 373 f)


"Ich geh zurück in meine Wohnung und hol nen Playboy raus, den mit dieser Schlampe Opal Ronson. Ich habe die Heftklammern rausgenommen, damit ich die Schnalle mit den Magneten an den Kühlschrank heften kann. Nicht dass ich regelmäßig Tittenhefte kaufe, nur wenn ein Star sich aus den Klamotten pellt. Es ist toll, wenn man die verfickten Stars nackt sieht, irgendwie so, als säh man jemand, den man kennt. Nimmt ihnen ihre blöde Aura, lässt sie irgendwie weniger unnahbar erscheinen. Ich hab ne frische Melone im Kühlschrank und schon drei Löcher in Umfang und Länger meiner Erektion reingebohrt, zwei auf der einen Seite und eins auf der anderen, für Opals Fotze, Arschloch und Mund. Ich male n bisschen Lippenstift um das für den Mund. Dann drücke ich n bisschen Pond´s Handcreme in die anderen und schon ist alles klar Fick … wo willst du´s hinhaben, Mädchen, in die Schnauze oder n Arsch oder in die Fotze … ich konzentrier mich auf die Vorstellung, wie Opal sich vornüberbeugt, den Rücken rundgemacht, und kann nicht verstehen, was sie antwortet, ob sie´s jetzt in die Fotze oder den Arsch haben will oder nicht, und irgendwas in ihren dunklen Augen sagt mir, dass Opal möglicherweise nicht der Typ von Mädchen ist, der´s beim ersten Mal gleich übern Lieferanteneingang will; ich stell sie mir in diesem Film Seductive Affairs vor … nee … aber dann in Paranoid, astrein; aber dann denk ich, scheiß drauf, die Schlampe braucht vielleicht mal ne Lektion, und dann nichts wie rein … puuh, das reißt dich mitten durch, Süße … puuh … KWWWA-AWWW! Mir ist total schummerig, während meine Suppe ohne Ende in die Melone spritz. Ein paar imaginäre Sekunden in Opals Kackloch reichen mir. Gott segne dich, mein Mädchen.“ (Irvine Welsh, Ecstacy, Köln 1997, S. 194f)

Weiblich

"Es war, wie sie es geschildert hatte. Nur dass endlich jemand hinsah. Sie warf die Beine zitternd in die Luft, ihr Körper spannte sich, und sie schrie, zuerst leise, dann immer lauter, es waren Jauchzer, bis sie mir rasender Hand, am ganzen Körper unkontrolliert zitternd und zuckend, sich hin und her warf und mit einem lauten langen schrei kam. Ich hatte die Hände in den Hintern gekrallt, aber meine Disziplin war vergeblich gewesen, denn bei ihrem vorletzten Schrei, der noch ein Jauchzer war, kam ich und spritzte wild in die Gegend. Es hätte peinlich sein können oder ich hätte mich über den vermutlich ruinierten Sessel ärgern oder die Verrücktheit, mich beherrschen zu wollen, lachen können, aber mir lief Salzwasser aus den Augen auf die Zunge, ich hörte die Musik aus ihren Kopfhörern, saß noch immer auf meinen verkrampften Händen und widerstand dem Impuls, meine Lider zu schließen. Ich wollte das letzte Zucken in Junes Körper sehen. Auch sie hatte die Augen weit offen und starrte in meine Richtung. Als ihr Körper und ihre Hände zur Ruhe gekommen waren, lag sie da, die Beine lang von sich gestreckt und entließ einen langen, leisen Seufzer.“ (Thommie Beyer, Das Aquarium, München 2003, S. 258)

„Ich faß es nicht, jetzt, wo ich davon erzähle, fällt mir erst auf, wie extrem ich mich verhalten habe, damals tat ich, was er sagte, und verschwand fast augenblicklich wieder in diesem nebligen Nirwana völliger Ohnmacht und schon wieder sich anbahnender Lust. „Nicht in dieses Loch“, sagte er, und ich tat, was er verlangte, obwohl ich mich nie zuvor der gemeinten Körperöffnung aus anderen als hygienischen Gründen angenommen hatte. Es tat ein bisschen weh, aber es ging leicht. Und es war selbstverständlich. Das andere Loch sagt er, das andere Loch nehm ich. Klar. Wieso nicht. Obwohl er sich jetzt wieder seinem Spiegelbild zugewandt hatte und mich nicht mehr beachtete, blieb ich dabei und schob, während meine rechte Hand mich schon wieder entführte, mit der linken die Kerze tiefer und tiefer, dann zog ich sie wieder raus, schob sie wieder tiefer, zog wieder, schob wieder, längst erneut abgehoben, und schneller als beim erstenmal zerstob ich, die Augen fest auf Kalims sparsame Bewegungen gerichtet, wieder mit Schreien und mich Herumwerfen, die Kerze noch tiefer, aber jetzt fast gewalttätig wie eine herzlose Maschine in mich rammend in einem irrwitzigen, dröhnenden Orgasmus.“ (Thommie Beyer Das Aquarium, München 2003, S. 155f)

„Kalim stand an die Tür gelehnt, diesmal sah er mir wirklich zu, aber in seinen Augen war immer noch nichts, was auf irgendein Gefühl hingedeutet hätte. Es ging schnell. Vielleicht weil ich Angst hatte und fertig werden wollte. Und es ging geräuschlos vor sich. Wenn man von den Geräuschen absieht, die eine Hand in einer Mädchenspalte und ein Arm an einem Sommerkleid verursachen. Ich schrie nicht. Ich keuchte lautlos, zumindest sehr leise, und ich saß starr, die Beine weit gespreizt und nur die Hand in Bewegung auf dem harten billigen Besucherstuhl.“ (Thommie Beyer Das Aquarium, München 2003, S. 172)


„“Ah, endlich sind wir soweit: das Bett brennt unter mir, mit einem gespannten Finger folge ich den Schreien meiner Muschi, vor und zurück und immer tiefer, bis ich nur mehr ein Schmatzen höre, dann erklimme ich schließlich mein Hügelchen (der Abzug, der trigger) … Und ich fahre darüber, immer weiter, von rechts nach links, horizontal, mit Geschmeidigkeit, geduld und Begierde, immer mehr, bis ich rase, während sich mir der Rücken aufbäumt wie bei den Katzen, und ich denke weiter an mich als Tote, an die Blumen, die Leichenfeier, an Ihn, der einen Monat land nicht zur Schule gehen wird, und an die anderen, die mit gedämpfter Stimme von mir reden werden. Sobald alles am Höhepunkt angelangt ist, schließe ich die Augen, um mich weniger zu schämen.“ (Rocco und Antonia, Schweine mit Flügeln, Reinbek bei Hamburg 1977, S. 11)


„Entschlossen, sich noch einmal fertigzumachen, führt Janice ihre Hand nach unten, öffnet die Augen und sieht Harry, ganz in sich selbst verkrochen, schlafen, wie töricht von ihm, sie all die Jahre brachliegen zu lassen, seine Schuld, alles seine Schuld, es war da, war immer da, es wäre an ihm gewesen, es zu wecken, führ Charlie tut sie alles, weil er sie darum bittet, es ist ihr heilig, alles andere ist unwichtig, man muß leben, man ist nun mal auf dieser Welt und muß leben, man ist dafür da, Frauen versuchen das jetzt zu leugnen und verbrennen ihre BHs, aber dafür ist die Frau geschaffen, es ist wie ein Fallen, ein Dahinschwinden, ein dunkles Auge, das sich öffnet, das Eintauchen in die Tiefen des Du, Harry weiß nichts von diesen Dingen, er hat es nie gewagt, sich Zeit zu nehmen, dabei zu verweilen, immer stürmt er dem Ende entgegen, er kommt sich zu gut dafür vor, haßt Sex, im Grunde genommen, sie war die ganze Zeit für ihn da, jetzt, jetzt, oh: noch nicht ganz. Sie weiß, dass er es weiß, sie öffnet die Augen, sieht ihn an der Bettkante liegen, am Rand eines Abgrunds, beide liegen sie dort, gleich werden sie abrutschen, hinunterfallen, sie schließ die Augen, sie gleitet, fällt: jetzt. Oh. Oh. Das Bett stöhnt auf. Janice sinkt zurück.“ (John Updike, Unter dem Astronautenmond, Reinbek 1973, 1978, S. 60)

Lesbisch

„Und groß war meine Glückseligkeit, als sie die empfindlichen Teile meines Körpers mit zarter Hand umschloß, während ihre andere Hand mich in der Nähe der Quelle zu einer kleinen Erhebung aus Fleisch führten, die ich sanft mit den Fingern koste. Diese so sanfte Bewegung schien sie in heftige Unruhe zu versetzen, denn ihr Körper wurde von einem starken Zittern ergriffen, und ihrer Kehle entrangen sich heisere Laute.“ (Jorge Ricardo Gomez, Massimissa oder Die Lust der Freiheit, Reinbek bei Hamburg 3. Aufl. 1979, S. 17.


„Sie spürte, wie Erikas Arme und Hände ihre hüften nahmen, ihren Arsch streichelten, ihn zu ihrem Mund herabzogen. Dann glitt ihre schnelle Zunge in Marions von Lust schmerzenden Spalt. Erikas hungrige Lippen spielten um Marions geschwollene Perle. Marion grub ihre Finger in Erikas Arschbacken und barg ihre Lippen in den feuchtheißen Schlitz. Auch diesmal überkam sie der Orgasmus überraschend. Sie stöhnten, schrien. Ihre schweißfeuchten Körper schienen ein einziger zu sein. Erst danach machten sie sich etwas zu essen. S. 39f … Ob sie wirklich dabei kommen kann, fragte sich Marion, und ihre Lippen und Zähne spielten härter und brutaler mit dem Busen. „Oooh“, wimmerte Erika. „Ja, ich komme. Oh, du…jetzt, jetzt!Aaannngghhh!“ Noch mehr Wasser floß auf den Fußboden, so sehr zitterte Erika in ihrem Orgasmus.“ (Michael Martin: Das Trio, Würzburg 1993, S 42)


„Welchen Genuß bereitet es mir, diese goldene Blume zu beschmutzen, die mich verachtet. Sie möchte mich reden hören, und ich kann nicht. Ich stöhne; ich erkenne meine Alkovenstimme, die Klage meiner Scheide nicht wieder. Eher schnurre ich. Einsamer Genuß, Egoismus. Auch Ariel stöhnt; das ist nicht das gleiche. Ich erkenne darin eine raue Befriedigung; ihre Wollust zu nehmen, zu besitzen. Ich bin gefangen, die Gefangene ihre Mundes, der mich erst nach dem letzten Schrei um Gnade loslassen wird … Wir schauten uns wild in die Augen. Ich hatte noch Revanche zu nehmen. Ich muß sie hingestreckt, offen sehen. Soll ich denn ewig Opfer spielen? Nein! Jetzt wird sie das meine sein! Mein erster Kuß erweckte bei ihr kein Misstrauen, er ist keusch. Dann behalte ich ihre Lippen, lasse sie nicht mehr los, bis ihr der Atem ausgeht. … Doch habe ich mein Ziel nicht erreicht. Was ich will, ist ihr dunkelbehaartes Geschlecht, ihr nächtlicher mund soll meine Finger wie ein€ Falle umschließen. Wie in der bocca delle verita zu Rom. Sanft reibe ich über die schleimige, bewegliche Rinne; ihre Muskeln ziehen sich zusammen; unter meinen Fingern beginnt es innen zu atmen. Sie ist ein wenig in Verwirrung geraten, hat nun Eile, gerät ins Hetzen, denn sie verlangt nach mir. Welchen Traum eines Dante zeugst du da? Wohin eilst du, so stark meine Hüften kratzend, dass ich dich loslassen möchte? Du schreist, schreist ohne Scham die Lust heraus, die meine Hand in dir hervorruft, und die Echos deiner Wollen hallen ins Unendliche nach. Da, ich bin da, ich werde wiederkommen, und du wirst deine verborgene Blume entfalten. Teure Unerreichbare…“ (Anne Vilmont, Die Venusfallen, München 1972, S. 50)


„Ich reibe mich erregt und selbstsüchtig, die Hure wird zu einem bloßen Körper. Eine Fotze aus einem Pornoheft. Mein Höhepunkt ist heftig, aber kaum dass die knisternden Kurzwellen sich legen, wird der Wunsch übermächtig abzuhauen.“ (Helen Walsh, Millie, Köln 2006, S. 12)

Nicht geschafft: Frau

„June war nackt, hatte ihre Schenkel über die Lehnen des Rollstuhls gelegt, hielt sich an der Rückenlehne mit beiden Händen fest und senkte sich langsam auf mich herab. Ich stöhnte laut beim Eindringen und kam fast sofort, als sie mich zu reiten begann. Ich versuchte, eine ihrer Brüste in den Mund zu bekommen, aber sie bewegte sich so stark, es gelang mir nicht. June hörte nicht auf. Ohne einen Laut von sich zu geben, kein Keuchen, kein Stöhnen, kein Wort, bewegte sie sich immer heftiger – ich spürte sie hart auf meine Oberschenkel treffen – es tat mir längst weh, und ich bat sie aufzuhören, aber sie ignorierte mich. Als der Schmerz unerträglich wurde, stieß ich sie von mir …“ (Thommie Beyer Das Aquarium, München 2003, S. 213f)


„Ich begann sie sanft mit der Hand zu streicheln; und in meiner Erregung und weil ich dachte, sie sei bereit, schob ich mich wieder hoch und deckte sie mit meinem Körper zu, und während ich weiter mit ihr spielte, führte ich mein anderes Selbst, mein unteres Bewusstsein, in sie ein. Herrgott, war sie warm und ruhelos; es war heiß da drinnen und weich, irrwitzig weich, und cremig und voller Bewegung. Aber ich wusste gleich, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Ich hätte sie weiter lecken sollen; sie hatte keine regelmäßigen Kontraktionen; sie war gierig auf meinen Schwanz, sie bog sich ihm entgegen, umschloß ihn, aber auf eine steife, dumpfe, entrückte Weise; und ihre Zuckungen spielten auf ihm, durchdrangen ihn, drangen durch seine Haut und in mich ein; und sie waren unkontrolliert und nicht erregend, sondern leer: Sie wusste nicht, was sie tun sollte, wie sie sich ficken lassen und kommen sollte. Ich konnte meinen Schwanz nicht rausziehen, ich wollte, ich konnte meinen Schwanz nicht rausziehen; aber wenn es keine Kontraktionen gab, auf die ich reagieren konnte, wie zum Teufel sollte ich dann den richtigen Rhythmus für sie finden? Ich fing langsam an, mit einer, wie mir schien, unendlichen Schlüpfrigkeit, mit einer gewaltigen Unanständigkeit, einer wirklich erwachsenen Art zu ficken – nur für den Fall, dass sie soweit mitkam-, und sie stieß einen abgrundtiefen, bebenden, endlos langen Seufzer aus und rief meinen Namen und sagte dann mit schluchzender, erschöpfter Stimme: „Es ist weg … Oh, Wiley, es ist weg… Laß uns aufhören …“ Mein Gesicht war über ihrem; ihr Gesicht war naß von Tränen; warum weinte sie? Sie hatte ihre Meinung geändert; jetzt wollte sie kommen, sie warf den Kopf hin und her, sie sagte: „Ich tauge nichts … Ich tauge einfach nichts … mach dir um mich keine Gedanken … Hauptsache, du kommst…“ Ganz gleich, was ich murmelte – „Pst“ und „Sei nicht albern“ und flüsternd: „Orra, ich liebe dich“-, sie hörte nicht auf, diese Sachen zu sagen, bis ich sie schließlich leicht ins Gesicht schlug und sagte: „Halt den Mund, Orra.“ Da war sie still. Der springende Punkt war offenbar, dass sie arhythmisch war: jedenfalls dachte ich das; und das bedeutete, dass sie keine regelmäßigen Kontraktionen haben würde; es würde keinen Rhythmus geben, dem ich mich hingeben konnte; und jeden Rhythmus, den ich vorgab, durchbrach sie mir ihren Bewegungen, so dass sie, wenn sie sich bewegte, ihre Erregung vertrieb. Am besten wäre es gewesen, wenn sie nur ganz kleine Bewegungen gemacht hätte, aber ich wollte ihr das nicht sagen oder gar versuchen, ihre Hüften festzuhalten und zu führen und ihr auf diese Art etwas zu zeigen, und zwar aus Angst, dass sie dann befangen werden und den Schwung, den sie hatte, verlieren würde. Und außerdem schämte ich mich, dass ich aufgehört hatte, sie zu lecken. Um das, was ich getan hatte, wiedergutzumachen, experimentierte ich verbissen und verschwitzt damit, auf verschiedene Arten zu ficken, und stellte mir vor, wir wären in Mexiko, an einem warmen Ort mit satten Farben, wo wir leicht und schmutzig und lebhaft vögeln konnten. Diese Vorstellung hielt mich bei der Stange. Das heißt, sie erhielt mir meine Erektion. Ich spiegelte ihr eine Atmosphäre sexueller Lust vor – ich meine: die Atmosphäre meiner sexuellen Lust -, damit sie sich darauf ausruhen, damit sie sich darauf verlassen konnte. Ich entdeckte, daß nicht besonders langsame Eins-eins-eins-Stöße oder Fick-fick-fickOrra-jetzt-jetzt-Sachen sie mächtig anmachten; sie wurde hitziger; und sie schaffte es, mit mir in einen Eins-zwei-eins-zwei-eins-zwei-Rhythmus einzusteigen, wobei ihre Erregung zunahme; aber wenn sie oder ich dann versuchte, einen Schritt weiter in einen Ein-zwei-drei-Rhythmus zu machen, war sie wieder draußen. Das war zu kompliziert für sie… und dann fing sie an zu weinen. Sie flüsterte unter Tränen: „Jetzt ist es weg“, also sagte ich: „Nein, ist es nicht“, und dann begann ich wieder von vorn, eins-eins-eins; und natürlich kehrte die Erregung zurück; manchmal kehrte sie sofort zurück; aber Orra bekam immer mehr Angst vor sich selbst, bekam Angst, ihren Unterleib zu bewegen; sie versuchte, stillzuhalten und die Erregung einfach nur zu empfangen; sie ließ sie sich in ihr sammeln, aber auch dann begann sie immer stärker zu zittern; sie schwappte über in krampfartige und eigenartig traurige, zu große Bewegungen, und sie wimmerte, weil sie, wie ich annehme, wusste, dass diese Bewegungen ihr den Schwung nahmen, ; immer wieder rannten ihr Tränen über die Wangen; sie sagte mit einer nicht wirklich heiseren , eher mit einer zarten, nur beinahe heiseren Flüsterstimme: „Ich will ja gar nicht kommen, Wiley – nimm keine Rücksicht auf mich. Hauptsache, du wirst fertig.“ (Harold Brodkey, Unschuld, Reinbek bei Hamburg 2. Aufl., 1993, darin: Unschuld, S. 251 – 304, S. 289ff)

Unfreiwillig - Mann

„Es kann nicht ausbleiben, dass sich der junge Mensch mit seiner Männlichkeit zu beschäftigen, sie zu beobachten beginnt, schließlich will er erfahren, was es mit der peinlichen Schwellung auf sich hat. Ich kann es nicht leugnen und was würde es mir bringen? -, auch ich habe auf die unheimlichen Begebenheiten hin der zu recht namenlosen Stelle Aufmerksamkeit zu schenken begonnen. Er der Anfang, ja! Es kommt immer dicker, vielleicht kennen auch Sie das, eine heftige Hitze durchwühlt den jungen Körper, ansonsten unschuldig, ein eigenartig sehnsüchtiges Drängen und aufhetzende Unruhe überfällt ihn mitten im Tag. Und bald schon, ach Gott, wie peinlich berührt es mich, Ihnen solches gestehen zu müssen, doch die Wahrheit!, die Wahrheit!, und es entlastet mich, dass das nächste wiederum ohne mein willentliches Zutun geschieht, das Walten der Natur!, in der Nacht muß es sich ereignen, überfällt den Menschen, wenn er wehrlos im Schlaf versunken, und am Morgen habe ich dann die Spuren der nächtlichen Nöte auffinden müssen, habe weder zu deuten gewusst, wozu solches mir geschieht, was ich damit anfangen soll, noch wie mich dessen erwehren.“ (Marcel Konrad, Erzählzeit, Ein Zustand, Zürich 1984, S. 46 f)

Wissenschaft

„Der sexuelle Höhepunkt ist bei Frauen und Männern bemerkenswert ähnlich. Das physiologische Erscheinungsbild und die subjektiv empfundenen Eigenschaften eines Orgasmus sind bei den beiden Geschlechtern nicht zu unterscheiden. Darüber hinaus kommt es bei vielen Frauen während des Orgasmus zur Abgabe von Drüsensekret.“ (Simon LeVay, Keimzellen der Lust. Die Natur der menschlichen Sexualität, Heidelberg, Berlin, Oxford 1994, S. 81)