Recht

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Hirsch starb für Konzert: Strafanzeige, Köln 1992/1993

Die spanische Künstlerin Maria de Alvear hatte im Juni 1992 in der Kirche St. Peter ein Konzert gegeben, in dessen Mittelpunkt ein toter Hirsch die entscheidende Rolle spielte. Der Hirsch war vorher eigens zu dem Zweck getötet worden, um auf der Bühne liegend, "den Verwandlungspunkt zwischen materieller und spiritueller Kraft" zum Ausdruck zu bringen, so die Künstlerin. Daraufhin wurde sie von der Staatsanwaltschaft angeklagt, denn sie habe "durch einen anderen ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund getötet." Nur wenn ein Tier nach seinem Tod verspeist wird, war sein Tod vernünftig und sinnvoll, lautete die Gesetzesinterpretation des Staatsanwaltes. (Kölner Stadtanzeiger 2.8.1993)

Zu laut beim Sex: Wohnung gekündigt, Boffzen 1992

Weil Simone B, zu laut beim Sex gestöhnt hatte, kündigte ihr der Vermieter die Wohnung. (Bild 3.3.1992)

Oralverkehr gesetzlich verboten; USA 2000

Nach Angaben der American Civil Liberties Union war noch 2000 in 16 Bundesstaaten der USA der Oralverkehr - auch für Heterosexuelle - verboten (u.a. Florida, Georgia, Massachusetts und Virginia. Weitere 6 Staaten hatten noch entsprechende Gesetze speziell für Homosexuelle. Dabei wurden vom Gesetzgeber die einschlägigen Bestimmungen in blumigen Formulierungen wie "Verbrechen gegen die Natur" oder "sexuelles Fehlverhalten" gekleidet. Oft war die Rede von "Sodomie", womit in den USA nicht wie bei uns der Verkehr mit Tieren verstanden wird, sondern "jeder Kontakt zwischen den Genitalien einer Person und dem Mund oder Anus eines anderen" (so der Sodomieparagraph von Georgia). Angedroht wurden Strafen bis hin zur lebenslänglichen Haft (Michigan). (Drösser, Stimmt´s, Reinbek 2000)

Clash-Song "London Calling" mitgesungen: verhaftet, Durham Tees Valley 2006

Der Brite Harraj Mann wurde 2006 wegen Terrorverdachts von der Polizei festgenommen. Mann hatte im Taxi auf dem Weg zum Flughafen den Clash-Song "London Calling" mitgesungen, in dem es u.a. heißt: "Now war is declared - and battle com down". Der Taxifahrer informierte die Polizei und holte Mann aus dem Flugzeug. Nachdem sich die Angelegenheit geklärt hatte, wurde er wieder freigelassen. das Flugzeug war inzwischen weg. (Sdt. 6.4.2006)

Kündigungsgrund: Lauter Sex u.a. Störungen der Nachtruhe, Deutschland 2010

Rechtlich herrscht nach 22 Uhr Nachtruhe und unabhängig von der Geräuschquelle (lautes Schnarchen, lauter Sex, lautes Fernsehen etc.) kann eine Kündigung nach vorheriger Abmahnung erfolgen. Selbst für überlaute Urin-Spritzgeräusche in der Nachbarwohnung wurde eine Mietminderung vor Gericht erstritten. (Sdt. 30.3.2010)

Taube mit Auto getötet: Richter verurteilt sich selbst, Saudi-Arabien/Mekka 2010

Ein Richter, der im Zuge einer Kollision seines Autos mit einer Taube, den Vogel getötet hat, zeigte sich selbst an und verurteilte sich, da es in Mekka als Verbrechen gilt, ein Tier zu töten. Sein Urteil. Er musste ein Schaf opfern. (WN Archiv)

Kakadu vor Gericht: Fliegt "Seppi" schief?", Klagenfurt 2010

Ein Kakadu musste vor Gericht in Österreich sein Flugvermögen beweisen. Der Vorwurf: er fliege "schief" - gleichwohl dem aktuellen Besitzer eine beste Gesundheit des Papageis zugesichert worden sei. Der Flug fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Für die Presse drehte "Seppi" vorab eine Runde und - krachte gegen eine Wand. (MZ 6.7.2010)

Täuschung beim Sex - Araber gab vor ein Jude zu sein: Wegen Vergewaltigung verurteilt, Tel Aviv 2010

Obwohl der Araber Sabbar Kaschur mit einer Israelin einvernehmlichen Sex hatte, wurde er wegen Vergewaltigung zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Grundlage für die Verurteilung bildete ein Paragraph, der eine "Vergewaltigung durch Täuschung" unter Strafe stellt. Kaschur hatte vorgegeben unverheiratet und jüdisch zu sein. Als seine Bekanntschaft nach dem Akt davon eine Ahnung bekam, zeigte sie den Araber an und bekam vor Gericht Recht. (Sdt. 23.10.2010)


Verbote am Strand: Laufverbot und Verbot Löcher zu graben, Ravenna/Eryclea 2010

Allein in Italien gibt es 150 örtliche Sonderregelungen, bei verstoß drohen Geldstrafen oder Haft. So ist es im venezianischen Eraclea verboten Löcher in den Sand zu buddeln oder Burgen zu bauen. Am Dante-Strand bei Ravenna darf man auf den ersten 200 Metern nur laufen, nicht liegen. (Sdt. 13.10.2010)